Bildungshunger macht nicht dick

Ehrenpreise für ihre Leistungen nahmen diese Abschlussschülerinnen und -schüler aus der 10M (Mittlere Reife), 9a und 9M (Qualifizierender Abschluss) entgegen. Mit im Bild die Klassenleiter der Abschlussklassen 10M, Johannes Lindner, und 9a, Patrick Legien, Schulleiter Ferdinand Höllerer und Bürgermeister Joachim Neuß. Bild: cs

Manche nennen es den Schritt in einen neuen Lebensabschnitt, andere die Befreiung aus dem "Rotstift-Milieu". Die gute Laune bei der Abschlussfeier der Mittelschule Auerbach erklärt sich daraus, dass kein Schüler mit leeren Händen geht.

Alle Prüflinge haben die Mittlere Reife oder den Qualifizierenden Abschluss geschafft. "Darauf können wir miteinander stolz sein", betonte Schulleiter Ferdinand Höllerer am Donnerstagabend.

Voraus ging ein ökumenischen Gottesdienst mit Dekan Dominik Sobolewski und Pfarrerin Martina Berthold in der Aula der Dr.-Heinrich-Stromer-Grundschule. Neunt- und Zehntklässler gestalteten ihn musikalisch, begleitet von Agathe Schriml am Klavier. Abschlussschüler übernahmen die Fürbitten.

47 Entlassschüler

Gute Wünsche, aber auch Ratschläge begleiten die insgesamt 47 Mädchen und Jungen in den neuen Lebensabschnitt, der für einige die Berufsausbildung und für andere den Besuch einer weiterführenden Schule bringt. "Bildungshunger und Wissensdurst sind keine Dickmacher", forderte sie der Schulleiter auf, neugierig und offen zu bleiben.

Zuversicht für den weiteren Lebensweg wollte auch Bürgermeister Joachim Neuß den Entlassschülern vermitteln. Mit dem Schulabschluss sei ein erstes großes Ziel erreicht. Er dachte auch an die vielen bemerkenswerten Initiativen und das Engagement im Schulleben; für ihn Beweise von großer Kompetenz und hohem Einsatz der Schüler wie auch der Lehrkräfte. "Lasst euch nie entmutigen. Euer heutiges Zeugnis beweist schwarz auf weiß, dass ihr etwas könnt", gab der Bürgermeister als Ansporn für die Zukunft mit.

Der Schritt in einen neuen Lebensabschnitt müsse nicht heißen, alle Verbindungen zwischen Schülern und Lehrern abreißen zu lassen, gab Pfarrer Moritz von Niedner zu bedenken. Eltern müssten sich daran gewöhnen, dass ihre Kinder eigene Wege gehen, erwachsen werden und einen Beruf ergreifen. Den jungen Menschen legte er ans Herz, im Vertrauen auf Gott zu leben.

Die Glückwünsche des Elternbeirats "zur Befreiung aus dem Rotstift-Milieu" überbrachte Susanne Wagner-Dörrzapf. "Ihr habt euch ein gutes Standbein für eure Zukunft geschaffen", versicherte sie. An der Mittelschule werde gute Arbeit geleistet. Die Elternbeiratsvorsitzende bediente sich eines Zitats von Michail Gorbatschow und forderte die Jugendlichen auf, Teil der Lösung zu sein und ihr Leben kreativ zu meistern.

Selbst in die Hand nehmen

"Was erwartet uns - wohin wollen wir?" - darüber philosophierten Elena Paulus (9a) und Celine Kargus (10M) in ihren Abschlussreden, in deren Mittelpunkt symbolträchtig der Lebensbaum stand. "Jetzt beim Stamm angelangt, sind wir in der Phase, dass wir unser Leben selbst in die Hand nehmen." Was in den Jahren der Schulzeit gewachsen sei und stark gemacht habe, dokumentierten sie mit einer Fotopräsentation. In den neuen Lebensabschnitt werden sie die Erfahrung mitnehmen, dass sich Erfolge nur einstellen, wenn man ernsthaft dafür arbeitet. Worte des Dankes für die Begleitung beim Reifeprozess waren an Eltern und Lehrer gerichtet.

Abschied nehmen hieß es auch für Dekan Dominik Sobolewski, der bekanntlich die Pfarrei in den nächsten Tagen verlässt. Ferdinand Höllerer dankte ihm mit einem Buch und einem edlen Tropfen für sein Wirken in der Schule.
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