Billige Drogen bergen enorme Gefahren
Auf Höhenflug folgt blanker Horror

Stefan Braun, Kreistagssprecher der CSU, Michael Mertel (JU-Kreisvorsitzender), Polizeihauptmeister Jörk Kaduk und Simon Uebler bei der anschließenden Diskussion. Bild: wku
"Crystal Meth und Legal Highs - billige Drogen, die sich jeder leisten kann". Zu einem Aufklärungsabend mit diesem Thema lud die Junge Union Königstein-Hirschbach ein.

Gekommen waren nicht nur Jugendlichen, sondern auch Eltern und Kommunalpolitiker aus Königstein und dem gesamten Landkreis.

Jörk Kaduk, Polizeihauptmeister der Dienststelle Auerbach-Vilseck, machte deutlich, mit welcher enormen Wucht diese Drogen den ostbayerischen Raum bereits erfasst haben. "Die Zahl der gemeldeten Straftaten in unserem Raum verdoppelte sich nahezu in den vergangenen eineinhalb Jahren. Allein 222 Fälle gegen das Betäubungsmittelgesetz wurden im Raum Auerbach-Vilseck-Sulzbach gemeldet."

Die Hersteller dieser Drogen, alle aus dem tschechischen Raum, besorgen sich die Grundstoffe und stellen das Methamphetamin synthetisch in provisorischen Küchenlabors her. Aus Kostengründen werden diese Substanzen anschließend gestreckt. Beispielsweise mit Abflussreiniger, Rattengift, Batteriesäuren und anderen Stoffen. Kaduk: "Besonders diese Verunreinigungen führen zu den enormen Selbstschädigungen an Organen bis hin zu irreparablen Schäden an Gehirn und im Nervenzentrum und an anderen Körperteilen."

Unüberlegter Griff

Diese Drogen finden deshalb reißenden Ansatz, weil sie die Hemmschwelle herabsetzen. Sie machen fit, wach und gesprächig. "Man ist gut drauf und fühlt sich toll", erklärte der Polizist. Diese vermeintlichen Vorteile und die geringen Kosten dieser Droge verleiten Jugendliche zum oft unüberlegten Griff. Crystal Meth zählt zu den gefährlichsten Drogen überhaupt. Das Suchtpotenzial dieser Droge sorgt oftmals schon nach dem ersten Konsum zur völligen Abhängigkeit." Damit beginnt eine Spirale die schwer zu unterbrechen ist. Durch die Gewöhnung des Körpers an diese Substanz geht ein gesteigerter Konsum einher, um die gleiche Wirkung wieder zu erreichen."

Erschreckende Folgen

Legal Highs (Kräutermischungen) seien leider erlaubt, leicht zu kaufen und sind vor allem bei 13 bis 14 Jährigen sehr beliebt. Erst kürzlich wurden zwei Auerbacher Jugendliche am Neuhauser Bahnhof erwischt, die diese Kräutermischungen eingenommen hatten. Einer davon wäre daran fast gestorben. "Lebensgefährliche Vergiftungen, Wahnvorstellungen, Nieren- und Kreislaufversagen sind die erschreckenden Folgen der Sucht", betonte Kaduk.

Während in der Bundesrepublik Deutschland Herstellung, Vertrieb und Besitz dieser Drogen strafbar ist, gilt dies alles in der Tschechischen Republik nur als Ordnungswidrigkeit. Die Vermutung liegt nahe, dass hier nur die Statistik der Tschechischen Straftaten aufgebessert werden sollen, zum Leidwesen der Deutschen Grenzregionen.

Stefan Braun, CSU-Kreistagssprecher, war fassungslos über dieses Vorgehen der Tschechischen Partner und sah hier ein Defizit in der EU-weiten Strafverfolgung. Er stellte fest: "Es kann doch nicht sein, dass wir hier das ausbaden müssen, was unsere Tschechischen Nachbarn versäumen".

"Miteinander, nicht gegeneinander", so lautet die Devise des Präventionsvereins Jupiter, der ein deutsch-tschechisches Projekt darstellt. Er zielt darauf ab, Jugendliche von Drogen abzuhalten. Polizeihauptmeister Kaduk bedauerte, dass sich nur die Mittelschule Auerbach an dieser Präventionsarbeit beteiligt. Er wünschte sich sehr, dass noch andere Schulen dieses Angebot annehmen würden. "Prävention ist einfacher, effektiver und günstiger als Re-Integration."
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