Billiger Trost keine Hilfe für Leidende

"Immer wieder stellen Kranke die Frage: "Warum trifft es ausgerechnet mich? Wie kann Gott das zulassen? Womit habe ich das verdient? Wofür werde ich bestraft?" "Die Frage nach dem Sinn unverschuldeten Leidens ist uralt. Schon der alttestamentliche Hjob hat sie gestellt", erklärte Monsignore Karl Wohlgut vor KAB-Mitgliedern.

"Leiden soll man nicht zerreden, Leidenden nicht billigen Trost spenden", riet Wohlgut. Wenn keine Einübung in den Glauben da sei, dann werde ein Mensch im Unglück nicht zum Glauben kommen, sondern eher fluchen statt das Beten lernen. Er fügte hinzu, dass Frauen mit dem Leiden besser zurecht kämen. Leiden dürfe nicht beschönigt werden, es bleibe für die Vernunft ein Skandal, ein ernstzunehmender Einwand gegen Gott. Viele Menschen könnten heute nicht mehr an Gott glauben wegen der Leiden, bemerkte Wohlgut. Das Übermaß an Leiden Unschuldiger lasse an Gott verzweifeln. "Ist Leiden Strafe für die Sünden?" Generell lasse sich das nicht mit ja beantworten, fuhr Wohlgut fort. "Jesus kämpft gegen das Leid, er heilt viele Kranke." Manches Leid sei aber selbst verschuldet, sagte Wohlgut. Alles Leid, das man abschaffen könne, soll man beseitigen.
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