Billiges Öl bremst Innovationen

Es ist schon mehr als unerfreulich und erstaunlich, wie man nach Fukushima gestartet ist, und welche Vorgaben und Regelungen es jetzt gibt.

Überzeugende Energie-Konzepte gibt es in der Stadt Kemnath, manches davon läuft bereits. Vieles steckt noch in der "Pipeline", kann aber aktuell nicht umgesetzt werden. Warum dies so ist, erläuterte Professor Markus Brautsch von der OTH Amberg-Weiden im Stadtrat.

Kemnath. (stg) Markus Brautsch erinnerte zunächst an den Zweck eines Energienutzungsplans. Im Energiedemonstrationsvorhaben im Stadtgebiet sollte die energetische Vernetzung von Industriebetrieben, kommunalen Liegenschaften, Landkreisliegenschaften und kirchlichen Objekten technisch und wirtschaftlich untersucht werden. In den Fokus gerieten hierbei vor allem mögliche Wärmenetze: Vorstellbar sei dies, so der Referent, im Gewerbegebiet West.

Nicht wirtschaftlich

Allerdings haben Untersuchungen ergeben, dass aktuell nur wenig Interesse bei möglichen Anschlussnehmern herrsche. Somit sei kein wirtschaftlicher Aufbau des Wärmenetzes möglich - weder in einer "großen" noch in einer "kleineren" Variante. "Öl und Gas sind derzeit extrem günstig, nicht einmal Wärmegestehungskosten (Kosten einer Wärmeeinheit) von 7,5 Cent pro Kilowattstunde sind wirtschaftlich", betonte Brautsch. Vor einem Jahr noch wäre dieser Preis ideal gewesen.

Eine weitere Variante für ein Wärmenetz ist laut dem Professor im Gebietsumgriff der Bayernland (Milchhof) möglich. Seitens des Unternehmens sei allerdings derzeit nicht geplant, in Kemnath ein Blockheizkraftwerk zu errichten. Als positives Beispiel für ein umgesetztes Wärmenetz führte Brautsch Atzmannsberg an.

Gesetze ein Hemmschuh

Neben den niedrigen Öl- und Gaspreisen seien es auch die gesetzlichen Rahmenbedingungen, die die Umsetzung vieler weiterer Projekte hemmten, beispielsweise im Bereich der Photovoltaik. "Es ist schon mehr als unerfreulich und erstaunlich, wie man nach Fukushima gestartet ist, und welche Vorgaben und Regelungen es jetzt gibt", machte Brautsch deutlich. Aktuell könne man den Eindruck gewinnen, dass die Verantwortlichen in der Politik alles dafür tun, dass innovative Dinge nicht weiter vorangetrieben werden.
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