Biotop statt Bauschutt

Die Tage der insgesamt drei Baracken der Sandgrube in der Lenauer Straße sind bald gezählt. Aus der geplanten Bauschuttdeponie wird nun ein Biotop als Ausgleichsfläche für das Gewerbegebiet Ost/Zweifelau. Bild: bkr

Einen wichtigen Schritt voran machte der Bebauungsplan für das Gewerbegebiet Ost/Zweifelau. Diplom-Ingenieur Matthias Rühl legte dem Gemeinderat am Mittwoch den überarbeiteten Vorentwurf vor.

Immenreuth. (bkr) Dieser beinhaltet nun die ergänzenden Abwägungen und Beschlüsse aus der Juni-Sitzung. Aus den damals behandelten Stellungnahmen ergaben sich nach den Erläuterungen von Matthias Rühl zwei wesentliche Änderungen. Sie betreffen den Schall- und Wasserschutz. Letzterer habe nach seinen Worten mehr Schwierigkeiten als erwartet verursacht. Herausgenommen wurde im südlichen Teil das Bahngelände. Es darf nicht überplant werden, erklärte der Mitarbeiter des Planungsbüros Stadt & Land.

Aus den neuen Berechnungen des Schallschutzes wird es im nördlichen Teil des Gewerbegebietes zur Wohnbebauung hin niedrigere Emissionswerte geben. Im südlichen Teil zur Bahn hin ist allerdings das Gegenteil der Fall.

Nicht beeinträchtigt werden darf durch das Gewerbegebiet das Trinkwasser. Hier wurde die Wasserversorgung Kemnath/Immenreuth nachträglich beteiligt, "was zu einer nicht unproblematischen Stellungnahme von Piewack und Partner (ein Bayreuther Ingenieurbüro für Umweltschutz, Anm. d. Red.) am 1. Juli führte", berichtete Rühl. Das Gewerbegebiet befindet sich demnach in einem sensiblen Bereich. Eine Probebohrung erbrachte zur Erleichterung eine 20 Meter mächtige Überdeckung des Grundwassers.

Ungeachtet dessen führte die Stellungnahme zu einer ganzen Litanei von Auflagen für den Grundwasserschutz, informierte Rühl. Oberstes Ziel sei, Eintragungen in das Erdreich zu verhindern, die das Grundwasser gefährden könnten. Versiegelungen werden erforderlich. Der Abtragstiefe bis auf 519 Meter über Normalnull wurde zugestimmt, jedoch darf die Abtragungstiefe für Fundamente 517,80 Meter nicht unterschreiten.

Die Grünflächen bei der Bushaltestelle wurden entsprechend den Wünschen aus der Bürgerversammlung geändert. Sie reichen jetzt vom Wendeplatz bis zur Wohnbesiedelung.

Für das Gewerbegebiet erkannte die Untere Naturschutzbehörde die von der Gemeinde bereitgestellten Ausgleichsflächen von insgesamt knapp 32 712 Quadratmeter an. Zu den Ausgleichsflächen zählt auch das Areal der Sandgrube in der Lenauer Straße.

Auf Beschluss wird der überarbeitete Plan in der Zeit vom 12. Oktober bis 16. November öffentlich ausgelegt. Parallel dazu werden die Behörden sowie die Träger öffentliche Belange beteiligt.
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