Biotopverbund im Röthenbachtal

Gerade weil die natürliche Entwicklung keinen Stillstand kennt, drohte dem Magerrasen bei der ehemaligen Rablmühle im Osten Röthenbachs das Aus. Deshalb haben sich die Bayerischen Staatsforsten mit den FFH-Beauftragten der Forstverwaltung zur Rettung entschlossen.

(war) Im ersten Schritt wurde der Gehölzaufwuchs radikal entfernt. Eine Überraschung: Die Grundmauern der Rablmühle wurden freigelegt. "Schaun wir mal, wie Flora und Fauna drauf reagieren", meinte Revierleiter Erwin Fischer aus Kohlberg, der von seiner Kollegin Andrea Sauer vom benachbarten Forstrevier Mantel begleitet wurde.

Vorzeigeprojekt

Der Beginn der Renaturierung des Terrains im Röthenbachtal reicht zurück bis Anfang der 1990er Jahre und gilt als prämiertes Vorzeigeprojekt. In den 1960er Jahren waren dort Fichten gepflanzt worden. "Das war nicht so prickelnd, und verursachte Dauerstörungen durch Wind- und Schneebruch sowie Borkenkäferbefall", erklärte Reinhard Lenz, Forstbetriebsleiter des FB Schnaittenbach der Bayerischen Staatsforsten. Die Fichten wurden gerodet, bis zum in Richtung Weiherhammer vorhandenen Restbestand an Erlen. Ein "Bandlinienbiotop" wurde geschaffen. Mit Erlen, Weiden und Sumpfpflanzen an den Rändern. Zentraler und aktueller Aspekt des Projekts ist eine Trockenrasenfläche auf der angelegten Lichtung. Aus diesem Trocken- wird sich sukzessive der angestrebte Magerrasen entwickeln. Die Fachleute sind sicher, dass sich die typischen Pflanzen und Tiere ansiedeln. "Zahlreiche Arten sind schon da, Eidechsen, Kreuzottern und verschiedene Falter lieben diesen sonnigen Standort", freut sich Lenz. Die Mitarbeiter der Bayerischen Staatsforsten werden nach der Entbuschung auch künftig mit Mäharbeiten und erneutem Entfernen der Mahd eingreifen.

"Nutzen und schützen"

Das Ziel lautet, unter der Devise "Nutzen und schützen" eine integrative Waldwirtschaft zu erreichen und privaten Waldbesitzern Anregungen für nachhaltige Forstwirtschaft zum Nachahmen zu geben. Die Maßnahme läuft nach den Vorstellungen Moritz Neumanns (Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Weiden). Der Abteilungsleiter Forsten begleitet das praxisbezogene Pilotprojekt.

Arbeiten im Wald, ob als Teil der naturnahen Bewirtschaftung oder Sondermaßnahmen, fördern die biologische Vielfalt. Dazu zählen beispielsweise: Pflege naturnaher Wälder, Rücksichtnahme während Brut- und Aufzucht-Zeiten, Erhalt von Totholz und Biotopbäumen.
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