Birgländer treiben ihn am Samstag in Königstein aus
Der Winter unterliegt

Eine Junge mit Mütze und Pelzmantel, der den Winter verkörpert, zieht gegen ein Mädchen in Frühlingskleidern den Kürzeren. Bild: wku
Bis in die Keltenzeit reicht der Brauch des Winteraustreibens zurück. Seit den 50er Jahren pflegt ihn der Heimatverein Birgland - dieses Mal allerdings nicht wie gewohnt am Maifeiertag. Für die Ausnahme am Samstag, 25. April, um 15 Uhr auf dem Königsteiner Marktplatz gibt es einen guten Grund.

Schon früher feierte die Bevölkerung den Wonnemonat Mai mit seiner Blütenpracht als Erlösung aus den Klauen des kalten Winters. Die Christianisierung Bayerns verdrängte viele damit verbundene Bräuche. Als Begrüßung der warmen Jahreszeit oder das Fest des Frühlingserwachens verstanden, behielt das Winteraustreiben seinen Platz im Jahreskalender des Heimatvereins Birgland. Er ist im nordbayerischen Raum wohl die einzige Volkstumsgruppe, die diese Tradition bewahrt.

Jedes Jahr führen die Trachtler am 1. Mai an wechselnden Orten im Sulzbacher Land ein Spiel mit Musik, Gesang und Tanz auf. Der frühere Kultur- und Heimatforscher Hanns Binder hat die Texte in Mundart-Reimen niedergeschrieben.

Im Markt Königstein geben sich am Wochenende Gäste aus den gleichnamigen Orten im Taunus und in Sachsen ein Stelldichein. Für das sogenannte Drei-Königs-Treffen machen die Birgländer eine Ausnahme von der Regel und treiben den Winter schon am Samstag, 25. April, aus. Zuschauer sind um 15 Uhr am Marktplatz willkommen.
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