Bis Mitte November Baustelle

Saniert wird derzeit das Leichenhaus im Friedhof Oberköblitz. Je nach Witterung soll das Projekt heuer abgeschlossen werden. Am Bruderschaftsfest und an Allerheiligen muss man noch mit der Baustelle leben. Bild: Völkl

Die Entscheidung bietet Stoff für Diskussionen: Ein Teil der Bürger hätte gerne einen Neubau gesehen, wo jetzt die Sanierungsarbeiten laufen. Der Marktrat entschied sich mehrheitlich für die Generalsanierung des Oberköblitzer Leichenhauses. Sie soll Mitte November beendet sein.

Wernberg-Köblitz. (cv) Seit fünf Wochen laufen die Arbeiten, berichtet Wolfgang Geitner, der das Projekt betreuende Bautechniker des Marktes.

Er hofft, dass das Wetter bei den abschließenden Putzarbeiten noch mitspielt. Falls es zu kalt wird, können sie möglicherweise heuer nicht mehr umgesetzt werden.

Dem Marktratsbeschluss zur Sanierung des Leichenhauses war eine konträre Diskussion vorausgegangen. Nachdem die letzte Kostenberechnung eines Architekten für einen Neubau bei rund 450 000 Euro gelegen hatte, verabschiedete sich der Marktrat bekanntlich davon und stellte im Februar die Weichen Richtung Sanierung - unter Beibehaltung des Gebäudecharakters. Als das Sanierungspaket schon geschnürt war, sorgte FW-Marktrat und Bauunternehmer Hans Zitzler dann in einer der nächsten Sitzungen für eine Überraschung: Er skizzierte Pläne für einen Neubau, der nach Zitzlers Berechnungen nicht sehr viel teurer als eine Sanierung des Gebäudes würde.

Schwieriger Zeitplan

Es folgten eine Besichtigung durch den Bauausschuss, ein Kostenvergleich und schließlich das Marktratsvotum für den eingeschlagenen Weg: die Sanierung. Die Arbeiten laufen seit einigen Wochen. Zum Bruderschaftsfest und an Allerheiligen "muss man mit der Baustelle leben", so Wolfgang Geitner. Unterschiedliche Arbeiten müssen koordiniert werden. Das Bauunternehmen Baumer hat einen schwierigen Zeitplan: Bei Beerdigungen - die Aussegnungen finden derzeit in Wernberg statt - ruhen die Arbeiten. Das ist aus Pietätsgründen selbstverständlich, wirbelt aber den Bauzeitenplan durcheinander. Eine gehörige Portion an Flexibilität ist gefragt, um mit diesen Gegebenheiten zurecht zu kommen.

Das Gebäude behält seine ursprüngliche Form. Es gibt einen Aussegnungsraum mit Vorbereich, ein öffentliches, behindertengerechtes WC und einen Umkleidebereich für den Geistlichen. Wichtig ist Geitner die fachgerechte und dauerhafte Trockenlegung des Gebäudes. In die Grundmauerschichten werden kleine Löcher gebohrt, in die eine silikonartige Spezialmasse eingebracht wird.

An Gebühren denken

Der Kritik, dass die Kosten für einen Neubau nur unwesentlich höher gewesen wären, setzen Bürgermeister Georg Butz und Wolfgang Geitner folgende Zahlen entgegen: Das Projekt ist mit Vorplatzbefestigung und Pflasterung der beiden Wege zur St.-Emmeramskirche auf 180 000 Euro veranschlagt. Bei einem Neubau hätten die Kosten inklusive des dann fälligen Architektenhonorars und der Wege bei 270 000 Euro gelegen. Wichtig ist dieser Vergleich Bürgermeister Georg Butz mit Blick auf die Friedhofsgebühren, bei denen ja bauliche Investitionen zu Buche schlagen. Die Sanierung sei die gebührenfreundlichere Variante.
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