Bis zu Schlaganfall und Wahn

Jörk Kaduk. Bild: fm

Erst erscheint die Welt in rosaroten Farbtönen. Dann aber kommt das bittere Erwachen, wenn Drogen das ganze Leben zerstört haben. Was Rauschgift anrichten kann, erfuhren Jugendliche und Eltern aus berufenem Mund.

Die Jugendbeauftragten, Cassandra Pickel und Lukas Stollner, hatten Polizeihauptmeister Jörk Kaduk von der Station Vilseck zu einem Infoabend für Jugendliche und Eltern eingeladen. Der Referent sah sich im Gasthaus Färber einer ansehnlichen Zuhörerschaft gegenüber, auch Birgland-Bürgermeisterin Brigitte Bachmann interessierte sich. Seinem durch Texte und Bilder untermalten Vortrag schickte der Referent seinen Werdegang bei der Polizei voraus, wo er als Streifenbeamter in München auch mit dem Drogenalltag zu tun hatte. Die teils drastischen Schilderungen bei den Einsätzen hinterließen tiefen Eindruck.

Die Drogenszene hat sich nach Kaduks Worten seit den Nachkriegsjahren ständig entwickelt. Bei Jugendlichen sei seit jeher das neugierige Probieren von leichten Rauschmitteln gegeben. Zunehmende Gewaltbereitschaft müsse mit der Sucht zusammen betrachtet werden.

Auch die Öffnung der Grenze zu Tschechien mache den Kauf moderner Drogen viel leichter. Hier werde bei Kontrollen immer wieder Crystalspeed gefunden. Diese chemische Droge (Pervitin) sei, wie Ecstasy, schon lange als Aufputschmittel bekannt. Sie verheiße Hilfe in fast allen Lebenslagen. Die Kehrseite seien Verhaltensveränderungen, als Spätfolge gesundheitliche Schäden wie Schlaganfall oder Wahnvorstellungen.

Auch das Äußere leide durch Haar- und Zahnausfall sowie Hautkrankheiten. Der Teufelskreis entstehe durch die Abhängigkeit, die aus den Depressionen nach dem Konsum resultiere. "Das Leben ändert sich äußerst negativ auch gegenüber Familie und Umfeld." Als weitere Gefahr führte Jörk Kaduk pflanzliche Erzeugnisse wie Cannabis in Form von Haschisch und Marihuana an. Mit dem Rauchen von Joints würden Rauschzustände erreicht. Stark im Kommen - mit dem Internethandel - seien sogenannte "Legal Highs" (legale Rauschmittel). Sie seien leicht erhältlich, da sie nicht unter das Betäubungsmittelgesetz fallen. Die gesundheitlichen Risiken seien nicht erforscht: "Man wird zum Versuchskaninchen", verdeutlichte Kaduk.

Ernste Gefahren seien bei längerem Genuss aller Drogen gegeben. Als Warnzeichen gelten übersteigerte Aktivität mit Abfall in Depressionen, Streitsucht, Abkapseln oder Wahnvorstellungen. Vorbeugung müsse durch Beobachtung und Gespräche mit dem Nachwuchs beginnen. Beratungsstellen und die Polizei nähmen sich der Probleme an, auch Jörk Kaduk (0 96 43 / 920 40 oder 0 96 62/700 869 -0).
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