Bischof Walter Mixa hält Festgottesdienst in Schlicht - Erster Eintrag ins neue Gästebuch der ...
"Schlichter sein" als vornehmste Aufgabe

Nachdem er sich als Erster in das neue Gästebuch der Pfarrei eingetragen hatte, überreichten Norbert Klier und Christa Münster, die Sprecher des Pfarrgemeinderats, Walter Mixa ein Geschenk. Der frühere Bischof von Augsburg ist heute noch Mitglied des Päpstlichen Rates für die Pastoral im Krankendienst und besuchte in Schlicht auch das Seniorenheim Phönix. Bild: ct
Als Mitglied des Päpstlichen Rates für die Pastoral im Krankendienst besuchte der ehemalige Augsburger Bischof Walter Mixa die Pfarrgemeinde und das Seniorenheim in Schlicht.

Auf dem Kirchplatz wurde Mixa von Pfarrer Johannes Kiefmann und den Fahnenabordnungen der kirchlichen Verbände unter den Klängen der Werkvolkkapelle willkommen geheißen. Zum Orgelspiel von Franz Winklmann zog der Bischof zusammen mit Pfarrer Kiefmann, Studiendirektor i. R. Lothar Kittelberger und Bischöflich Geistlichem Rat Josef Wittmann in die sehr gut gefüllte Pfarrkirche ein, um mit der Gemeinde einen Pontifikalgottesdienst zu feiern. Den gestaltete der Kirchenchor Schlicht unter Leitung von Heinz Krob mit der Christkindl-Messe und weiteren Liedern mit.

Mixa drückte seine Freude darüber aus, in Schlicht zu Gast sein zu dürfen und mit der Gemeinde Gottesdienst feiern zu können. "Schlicht" sei ein schönes Wort und eine Zierde für jeden Christen, "Schlichter sein" und Frieden stiften oft auch seine vornehmste Aufgabe.

Zu den Armen gekommen

In der Predigt ging Mixa auf die Taufe Jesu und den damit zu Ende gehenden Weihnachtsfestkreis ein. Gerade die Geburt Jesu im Stall von Bethlehem, die Menschwerdung Gottes und sein Kommen zu den Armen und Außenseitern sei für ihn das staunenswerteste Wunder der Menschheitsgeschichte. Jesus habe unter den einfachen Menschen gelebt, habe sie angenommen mit all ihren Fehlern und Schwächen und habe sie eingeladen, ihm zu folgen.

Als die personifizierte Liebe Gottes habe er niemand gezwungen, sondern jedem die freie und persönliche Entscheidung überlassen, seine Botschaft anzunehmen. Die Liebe habe das ganze Leben Jesu geprägt bis hin zum Tod am Kreuz, wo er auch noch seinen Peinigern vergeben habe. Jeder, der sich zu Jesus bekenne, müsse auch versuchen, diese Liebe zu leben und jeden Menschen und seine Freiheit zu respektieren. Religiös motivierte Gewalt und im Namen Gottes ausgeübter Terror sei ein Missbrauch Gottes und wohl mit keiner Religion, mit dem Christentum aber schon gar nicht zu vereinbaren.

Nach dem Gottesdienst führte der Kirchenzug zurück zum Pfarrheim, wobei der Bischof Kinder segnete und Worte des Dankes und der Anerkennung an die Ministranten richtete. Beim Stehempfang im Pfarrheim wurde der Bischof von Kirchenpfleger Hermann Klier und Pfarrgemeinderatssprecher Norbert Klier noch einmal willkommen geheißen, wobei Letzterer auch die Bitte an ihn herantrug, sich nach seinen Möglichkeiten einzusetzen, dass Pfarrer Kiefmann weiter in Schlicht bleiben könne.

Trost für Dortmund-Fan

Zugleich bat man den Bischof, sich als Erster in das neu angeschaffte Gästebuch der Pfarrei einzutragen. Bürgermeister Hans Martin Schertl freute sich als Schlichter Pfarrangehöriger, dass nach 1988 wieder ein Bischof zu Gast sei. Die Pfarrgemeinde überreichte durch Christa Münster einen Kalender mit Motiven aus der Pfarrei und ein Dr.-Eisenbarth-Elixier aus der Geburtsstadt von Pfarrer Kiefmann. Umgekehrt hatte der Sekretär des Bischofs für Kiefmann als "leiderprobten Dortmund-Fan" einen "süßen Trost" mitgebracht.

Mit persönlichen Gesprächen, Zuspruch und dem Segen für die Firmkinder endete der Empfang. Die Geistlichen begaben sich mit Ehrengästen, Pfarrgemeinderat und Kirchenverwaltung zu einem Mittagessen in den Gasthof Roter Hahn. Später stattete Mixa dem Seniorenheim Phönix einen Besuch ab und feierte mit den Bewohnern eine Andacht.
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