Bitterstoffe rechtzeitig als Alarmzeichen wahrnehmen - Exnährungsexpertin gibt Tipps für ...
Damit der Tod nicht im Gewächshaus lauert

Ist der Stielansatz bitter, sollte die ganze Zucchini entsorgt werden, empfiehlt Doris Eckl. Bild: lli
Tirschenreuth.(lli) Es ist ein Albtraum für Hobbygärtner. Für einen 79-Jährigen aus Baden-Württemberg ist diese Horrorvorstellung zur Realität geworden: Eine Vergiftung durch das eigene Gemüse, in seinem Fall sogar mit tödlichem Ende. Muss nun jeder beim Verzehr des Eigenanbaus Angst haben?

"Grundsätzlich ist eigens angebautes Gemüse nicht gesundheitsgefährdend", beruhigt Doris Eckl vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten. Dennoch sind bestimmte Regeln beim Eigenanbau zu beachten: "Wenn man gutes Saatgut kauft, kann nichts passieren. Pflanzen von Gärtnereibetrieben sind meistens unbedenklich, da dort keine Gefahr besteht, Nachbau-Saatgut zu erwerben. Da Rückzüchtungen bei schlechtem Saatgut häufiger der Fall sind, kann dies zu Mutationen führen, welche wiederum den giftigen Bitterstoff enthalten", erläutert Doris Eckl. "Der gefährliche Bitterstoff kann sich außerdem entwickeln, wenn die Pflanze Stress empfindet, also beispielsweise zu wenig Wasser bekommt, falsch oder zu lange gelagert wird", erklärt die Expertin.

Sollte man dennoch unsicher sein, ob die eigene Zucchini genießbar ist, gibt es einen leichten Trick: "Einfach den Stielansatz prüfen! Sollte die Zucchini den Bitterstoff gebildet haben, schmeckt sie auch bitter. Ein Stück vom Stiel abschneiden und probieren", empfiehlt Eckl. Ist der Ansatz bitter, sollte die Zucchini vorsichtshalber entsorgt werden. Unter anderem auch deshalb, weil der Bitterstoff nicht durch Kochen zerstört werden kann. Supermarktgemüse dürfte übrigens nicht betroffen sein, da die gewerblichen Zucchini-Betriebe zertifiziertes Saatgut ohne Bitterstoff verwenden.

Nicht nur Zucchini-Liebhaber sollten vorsichtig sein: Auch in anderen Gemüsesorten lauern Gefahren. Unreife Tomaten beispielsweise enthalten den gefährlichen Stoff Solanin und sind deswegen nicht zum Verzehr geeignet. Dasselbe gilt für Kartoffeln und Bohnen, die nur gekocht verspeist werden sollten.

Auf Zucchiniauflauf und Co. sollte man trotz mancher Schlagzeilen der vergangenen Tage nicht verzichten, rät Doris Eckl: "Zucchinis enthalten viele wertvolle Inhaltsstoffe und auch sehr viel Wasser, was sie zu einer guten Sommerfrucht macht."
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