Blick in Geschichte

Mit einem Glas Sekt feierten die Helfer im Rohbau die Errichtung der erlebbaren Glasschleif. Bild: Greger

Der Name Glasschleif ist Programm. Die Gesellschaft Steinwaldia errichtet derzeit einen Dokumentationsraum für die Glasschleifgeschichte der nördlichen Oberpfalz. Nun war Zeit fürs Richtfest.

Die Steinwaldia hat das Gebäude mit Umgriff und den inzwischen freigelegten Ruinen einer ehemaligen Glasschleif erworben, entstehen soll nun eine "erlebbare Glasschleif", angegliedert an die Scheune. Auch die praktische Darstellung zur Technik des Glasschleifens, Polierens und zur Bedeutung des Gewerbes sollen hier einen Platz finden.

Glasschleife erleben

Adalbert Busl, der Heimatforscher aus Wiesau, hat in Jahrzehnten die Glasschleifgeschichte der nördlichen und mittleren Oberpfalz erforscht und umfangreiches Material zur Dokumentation zusammengetragen. In der erlebbaren Glasschleif sollen nun in Zukunft das Schleifen und Polieren von Glas, die dazugehörige Geschichte, die Beschreibung der Technik und die damals vorherrschenden Sozialverhältnisse aufgezeigt werden.

Die Ausführungen werden auf historisch authentischen Glastafeln präsentiert, die Handarbeit erlebbar gemacht. Dazu stellt die Glashütte Lamberts aus Waldsassen Ausstellungstücke und einen Kurzfilm zur Verfügung. Die Eröffnung des Gebäudes, das die unermüdlichen Helfer in bisher rund 1300 Stunden ehrenamtlicher Arbeit erstellt haben, soll im Sommer 2015 erfolgen. Besichtigungen, auch für Gruppen, sind auf Anfrage vermutlich schon früher möglich.

Nachdem im April dieses Jahres die Erdarbeiten begannen, wurde der Giebel aus Steinen vom Weißenstein aufgemauert. Derzeit sind die Handwerker dabei, mit Bruchsteinen aus dem ehemaligen Wetzsteinbruch den Fußboden zu fertigen. Die komplette Maßnahme ist mit über 110 000 Euro veranschlagt und wird vom Amt für Ländliche Entwicklung (ALE) gefördert.

Das Projekt der "erlebbaren Glasschleif" soll zur kulturellen, siedlungsgeschichtlichen und touristischen Abrundung der Maßnahmen des Naturparks Steinwald und des Kreises Tirschenreuth beitragen. Das Gebäude auf der Glasschleif dient als Info-Stelle für den Naturpark Steinwald des Bayrisch-Böhmischen Geoparks sowie zur Heimat-, Siedlungs- und Glasschleifgeschichte.

Mit einem Helferessen dankte die Gesellschaft Steinwaldia allen Handwerkern, die bisher am Bau mitgearbeitet haben. Vorsitzender Norbert Reger lud sie dazu auf den Kulturbuan ein.
Weitere Beiträge zu den Themen: Kurzfilm (568)Glasschleif (19)Oktober 2014 (9309)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.