"Blühende Juwele"

Hochprozentiges für einen hochkarätigen Referenten: Klaus Körber (rechts) aus dem unterfränkischen Erlabrunn begeisterte die Eschenbacher Gartenfreunde um Vorsitzenden Willi Trummer (links) bei ihrer 110-Jahr-Feier. In seinem Vortrag "Clematis und Kletterrose zärtlich vereint" war er nie um einen Spruch verlegen. Bild: rn

Vom Oberpfälzer Boden ist der Unterfranke Klaus Körber nicht überzeugt. Wie aus Rosen- und Clematispflanzen hier dennoch etwas werden kann, verriet der Experte beim Obst- und Gartenbauverein. Die Verantwortlichen hatten den TV-Gärtner zum Jubiläum als Festredner verpflichtet.

Wie Kletterpflanzen Akzente im Garten setzen, Grundstücke beleben und aufwerten können, erfuhren die Gartenfreunde aus kompetentem Munde: Klaus Körber ist aus der Fernsehsendung "Querbeet" im Bayerischen Rund bekannt.

"Clematis und Kletterrose zärtlich vereint": Dieser Leitspruch der Bayerischen Gartenakademie an der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau in Veitshöchheim prägte den zweiten Teil der 110-Jahr-Feier des Obst- und Gartenbauvereins (wir berichteten).

Als Einstieg in seine Bilderreise wählte Körber Aufnahmen von fantasievollen Clematis-Pflanzungen in der Schauanlage und im Ortsgebiet von Erlabrunn. Er führte seine Zuhörer quasi durch seinen 800 Jahre alten Heimatort, zu dessen Jubiläum 800 Clematis gepflanzt wurden. Körber wies auf eine verstärkte Nachfrage nach Rosen und Clematis hin, den "blühenden Juwelen" eines jeden Gartens, sie seien ein "belebendes Element".

Bei der Sortenauswahl riet er von Pflanzen mit dicken, nach oben stehenden Blüten ab. Als Grund nannte er deren Hauptproblem, die Clematis-Welke. Er favorisierte vielmehr Clematis viticella, "Clematis mit hängenden Knospen, deren Mama Italienerin ist". Da "die Kinder Säufer" seien, sollten sie nicht an trockenen Stellen gepflanzt werden.

Weiß-Rot-Kombination

"Großes Loch, tief pflanzen, Gießrand anlegen oder einen Topf zum Wässern neben dem Wurzelstock einbauen", lautete der Rat des Referenten fürs Pflanzen. Und: "Weiße Clematis immer zur roten Kletterrose."

Körber warb dafür, im Garten das gesamte Farbspektrum der "Viticellas" einzusetzen. Einer seiner Sprüche - sie ließen die Zeit schnell vergehen - war zugleich eine Empfehlung: "Clematis in alles neiwachsn lass', was net bei Drei auf'm Baum is."

Danach ging's um Rosen und ihren Anbau. "Die Oberpfalz ist nicht gekennzeichnet mit segensreichen Böden", stellte der Mitgestalter der Gartenakademie Veitshöchheim zunächst fest. Bei Neupflanzungen hielt er einen Bodenaustausch in einer Tiefe von 60 bis 80 Zentimeter für erforderlich. Denn: "Jede Frau merkt, wenn im Bett vorher eine andere gelegen ist".

Für organischen Dünger

Zur Düngung mit aufgelöstem Blaukorn sagte Körber leicht erbost: "Diese Salzbrüh kann ich bald nimmer sehn." Als Mann von Fach riet er zu organischem Dünger: Man sehe es den Gärten an, "wo's gutes Futter gibt". Als er hörte, dass viele Eschenbacher Gartenfreunde auf Lavendel zum Vertreiben von Läusen schwören, winkte er ab: "Da musst aber arg dran glaub'."

Körber warb schließlich für den Besuch des Tags der offenen Tür in Erlabrunn, der alljährlich am ersten Sonntag im Juli stattfindet, und machte Appetit auf die Clematisgärten in Holland, insbesondere in Apeldoorn. Mit einer Oberpfälzer Getränkespezialität bedankten sich Willi Trummer und Mitglieder des Vorstands bei dem Autoren zahlreicher Fachinformationen für den lebendigen und sehr kurzweiligen Vortrag.
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