Bolivianische Gruppe "Sacambaya" erläutert bei Empfang im Rathaus Hintergrund ihrer ...
Zukunft für "Campesinos" aufbauen

Jorge Aquino Ascuy (mit Hut) stellte Bürgermeister Peter Lehr die bolivianische Gruppe "Sacambaya" und die Arbeit des "Centro Cultural Ayopayamanta" in Independencia/Cochabamba vor. Dabei gehe es vor allem um die Unterstützung der kleinen landwirtschaftlichen Betriebe. Bild: rn
Als Botschafter der Anden stellte sich "Sacambaya", eine Kultur- und Musikgruppe aus der bolivianischen Provinz Ayopaya, bei einem Empfang im Rathaus vor. Jorge Aquino Ascuy, der Leiter des dortigen Kulturzentrums, beschrieb seine Musiker als "Reisende in Sachen Förderung der wirtschaftlichen und sozialen Entwicklung, vor allem der ärmsten und wenig beachteten Bevölkerungsgruppen" seines Landes.

Im Besprechungszimmer, wo ein zweites Frühstück vorbereitet war, hieß Bürgermeister Peter Lehr die Gäste mit einem "Buenos dias" willkommen. Ascuy dankte für das Interesse und informierte über seine ländlich strukturierte Heimatregion, in der staatliche Konzepte noch nicht bis zu den Ärmsten vordringen.

Der Projektleiter berichtete von der Gründung eines Kulturhauses in der 3000-Einwohner-Gemeinde Independencia, in der 1600 Mädchen und Buben in zwei Schulen unterrichtet werden. 80 Prozent der Kinder seien dort von Montag bis Freitag "elternlos".

Als Aufgabe des Kulturzentrums nannte er die Unterstützung der kleinen landwirtschaftlichen Betriebe "in einem Land im Herzen Südamerikas mit der größten indigenen Bevölkerung". Bolivien habe die reichsten Rohstoffvorkommen Lateinamerikas, sei aber noch "ein Bettler auf einem goldenen Thron, ausgeplündert während seiner gesamten Geschichte". Ascuy vermittelte dann Einblicke in die Provinz Ayopaya mit ihrer Hauptstadt Independencia, in der der Bürgermeister für 150 kleine Gemeinden zuständig sei. Die Fahrzeit zu ihnen betrage bis zu acht Stunden.

In den seit 27 Jahren im Abstand von zwei Jahren auf Spendenbasis unternommenen Konzertreisen durch Deutschland, Österreich und Frankreich sah er die Basis dafür, für die "Campesinos" (Bauern) eine Zukunft aufzubauen. Aktuell gehe es darum, alte Sorten Saatgut wieder einzuführen und im Schneeballsystem zu verbreiten. Allen, die den Traum der Menschen in Bolivien unterstützten, dankte er von Herzen.

Bevor Bürgermeister Peter Lehr zu einem Essen einlud, erläuterte er Wirtschaft, Schulen und Infrastruktur der Rußweiherstadt.
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