Bombensichere Wasserqualität

Wasserwart Robert Schraml, Bürgermeister Josef Etterer und Ingo Haase von der Bohrfirma Osel aus Bamberg (von rechts) sind zufrieden. Die Sanierungsarbeiten am Tiefbrunnen II liegen voll im Zeitplan. Bild: tgi

Meter um Meter frisst sich der Bohrer ins Erdreich. Bisher ohne Probleme, versichert Ingo Haase. Was der Mitarbeiter der Bamberger Firma Osel aus 125 Metern zutage fördern will, ist kein Öl, sondern Wasser. Wasser, dass nicht mit Tritium aus Tests thermonuklearer Bomben in der 1950er und 1960er Jahren belastet ist.

Kastl. (tgi) Die Sanierung des Tiefbrunnens II läuft bereits seit einigen Wochen. Da die beschränkte Erlaubnis zur Wasserentnahme zum 31. Dezember ausläuft, mussten Bürgermeister Josef Etterer und die anderen Beteiligten schnell handeln, um weiterhin heimisches Wasser für die Bewohner von Kastl, Löschwitz und Kaibitz bereitstellen zu können.

20 Jahre galt das bisherige Wasserrecht. Künftig darf jedoch kein Wasser aus oberen Schichten ins Förderrohr mehr eindringen, Trinkwasser nur aus den sogenannten tiefgelegenen Benkerschichten entnommen werden. Das Wasserwirschaftsamt, das über die Einhaltung der Vorgaben wacht, möchte so verhindern, dass sich Nitrat oder Keimen mit gefördertem Wasser vermischen.

Brunnen II vor I

Mit dessen Hilfe begann im Dezember 2014 die genauere Planung der Brunnensanierung. Im März bewilligte der Gemeinderat das Vorhaben. Sie beauftragte das Ingenieurbüro Piewak aus Bayreuth mit der Ausarbeitung der Pläne. Zuerst wird der Tiefbrunnen II saniert, während der Tiefbrunnen I in dieser Zeit die Wasserversorgung der Orte aufrechterhält. Danach wird auch dieser den Vorgaben des Wasserwirtschaftsamts angepasst.

"Das Wasser soll am Ende der Sanierung nicht mehr mischverfiltert sein, das heißt, das Wasser läuft nicht mehr aus allen Erdschichten zusammen, sondern wird mit Druck aus 125 Metern Tiefe nach oben transportiert", erklärt Etterer. Die Firma Synlab teste vor, während und nach der Sanierung die Wasserqualität - die Ergebnisse seien mehr als überzeugend. "Das Wasser ist frei von Pflanzenschutzmitteln und der Uranwert ist auch gut", freut ich Wasserwart Robert Schraml. "Also ein Uraltwasser", fügt Etterer hinzu. Auch Spuren von Tritium, wesentlicher Bestandteil einiger Kernwaffen, seien nicht vorhanden. "Unser Wasser ist demnach älter als Atombomben", meint Schraml schmunzelnd.

45 000 Euro eingespart

Für die vielen und auch schwierigen Vorarbeiten dankt Etterer dem Bauhof der Kommune. Ohne dessen Hilfe wäre das Unternehmen nur halb so schnell vorwärts gekommen und auch teurer geworden. So belaufen sich die Kosten auf 230 000 Euro, die ohne Beteiligung des Bauhofs 275 000 Euro hoch gewesen wären.

Die Firma Osel aus Bamberg erhielt den Auftrag für die Brunnensanierung. Laut Ingo Haase, der Verantwortliche vor Ort, ist der alte Filter entfernt worden, um das alte Sperrrohr herausholen zu können. Dieses werde durch ein neues ersetzt, dass das Oberflächenwasser abschirmen soll. "Wir sind im Zeitplan", berichtet er zufrieden. "Der Brunnen wird die gleiche Leistung erbringen wie zuvor." Die Fertigstellung des Tiefbrunnens II soll noch 2015 erfolgen.

"Das Wasser ist das höchste Gut an Lebensmitteln. Deswegen ist uns die Sanierung so wichtig. Es wird ein total neuer Brunnen entstehen", betont Etterer.
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