Bonn.
Kulturnotizen Luthers Einfluss auf Sprachgebrauch

(epd) Das Bibeldeutsch von Martin Luther (1483-1546) hatte nach Auffassung des Bonner Germanisten Werner Besch entscheidenden Einfluss auf die Verbreitung eines einheitlichen Sprachgebrauchs in Deutschland. Der Reformator dürfe zwar nicht zum Sprachschöpfer stilisiert werden, erklärte Besch am Mittwoch in Bonn. Doch habe Luthers Sprachherkunft aus dem Mitteldeutschen und seine Einbindung in die kursächsische Kanzleisprache für eine überregionale Verständlichkeit seiner Bibelübersetzung gesorgt.

Die Verwendung jener Kanzleisprache sei für Luther ein großer Vorteil gewesen, erklärt Besch, der seine Forschungen in dem Buch "Luther und die deutsche Sprache" festgehalten hat. Denn die sächsische Kanzleisprache habe geografisch und damit auch sprachlich in der Mitte des Landes gelegen. "Luther wollte verstanden werden", unterstrich Besch. "Ein Luther in Flensburg oder in Konstanz hätte keine Chance gehabt."

Roswitha-Preis an Leutenegger

Bad Gandersheim.(epd) Die Schweizer Schriftstellerin Gertrud Leutenegger erhält in diesem Jahr den Roswitha-Preis der Stadt Bad Gandersheim. Die Texte der 65-jährigen Autorin lebten von stillen Tönen, begründete die Jury am Mittwoch ihre Entscheidung. Sie sei eine herausragende Stilistin. Die mit 5 500 Euro dotierte Auszeichnung wird ihr am 14. November in der Stiftskirche in Bad Gandersheim verliehen. Der Roswitha-Preis gilt als ältester deutscher Literaturpreis für Schriftstellerinnen.

Leutenegger wurde 1948 in Schwyz geboren und lebt heute in Zürich. Zuletzt sorgte sie mit ihrem London-Roman "Panischer Frühling" für Aufsehen. An der Züricher Schauspielakademie studierte sie Regie und arbeitete 1978 am Hamburger Schauspielhaus als Regieassistentin. Nach zahlreichen Reisen und Aufenthalten in Florenz und Berlin lebte die Autorin längere Zeit in Japan. Im Jahre 2010 wurde sie in die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung in Darmstadt berufen.

"Mona Lisa" ist meistzitiertes Bild

Wien.(dpa) Die "Mona Lisa" von Leonardo da Vinci ist nach einer Studie der Universität Wien das Kunstwerk, das besonders oft in der deutschsprachigen Literatur erwähnt wird. Das geht aus der "Datenbank literarische Bildzitate" der Universität hervor, die seit kurzem online ist. In mühevoller Kleinarbeit hat ein Team mehr als 1000 Texte von rund 280 Autoren - von Rainer Maria Rilke bis Elfriede Jelinek - ausgewertet.
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