Braunes Langohr mag es laut

Der Präsident des Golfclubs Schwanhof, Kurt Knote, Susanne Schwab vom Landesbund für Vogelschutz und Fledermausfachberater Markus Liebl (von links) arbeiten an der Gold-Zertifizierung des Geländes beim Projekt "Golf und Natur". Bild: Breunig

Schon seit längerem hatte Greenkeeper Ian MacNiven die Vermutung, dass beim Golfballautomaten an der Drivingrange Tiere hausen. Immer wieder fanden sich Kotspuren, die er beseitigen musste.

Die Verantwortlichen vermuteten, dass Fledermäuse auf dem Golfplatz ihr Zuhause haben. Fachberater Markus Liebl aus Grafenwöhr-Gmünd brachte Gewissheit: Mindestens zehn Braune Langohren haben sich den kleinen Verschlag als Behausung ausgesucht. Genauer gesagt verbringen sie die Ruhezeit in einem fünf Zentimeter breiten Spalt zwischen Dachbalken und Holzwand.

Obwohl das Braune Langohr eine der relativ verbreiteten Fledermausarten ist, waren die Verantwortlichen am Golfplatz begeistert über die Entdeckung der Tiere. Schon seit mehreren Jahren treibt Präsident Kurt Knote das Projekt "Golf und Natur" voran. Nistkästen, Insektenhotels und Bienenstöcke wurden dafür auf dem Golfplatz verteilt. "Wir freuen uns natürlich ungemein über die Fledermäuse" so Knote.

Interessanterweise wurde schon vor einem Jahr genau an der Rückseite der Halle mit dem Ballautomaten ein spezieller Fledermauskasten angebracht. Dort wäre es für die Tiere wesentlich ruhiger. Aber die Braunen Langohren ziehen es offenbar vor, genau über dem Gerät zu wohnen, wo es häufig ganz schön laut ist, wenn 25 harte Golfbälle in einen kleinen Metallkorb rattern.

Die Verantwortlichen bestellten beim Landesamt für Umweltschutz Plaketten mit der Aufschrift "Fledermäuse willkommen". Sie sollen deutlich machen, dass auf dem Golfplatz auch für Flugsäuger gesorgt wird.

Im März steht die nächste Stufe der Qualitätsmaßnahme "Golf und Natur". Dann geht es um die Zertifizierung für den Gold-Status. Präsident und Greenkeeper waren mit Susanne Schwab vom Landesbund für Vogelschutz auf dem Gelände unterwegs, um den aktuellen Stand und weitere Maßnahmen für das Projekt zu besprechen.

Bisher haben etwa 50 deutsche Golfplätze den Gold-Status erreicht. "Wir sind auf einem guten Weg, im nächsten Frühjahr bis zur Jahreshauptversammlung das Zertifikat erlangt zu haben", gibt sich Knote optimistisch.
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