Breite Unterstützung nötig

Zahlreiche Bürger interessierten sich über den aktuellen Stand in Sachen Gleichstromtrasse.

Gespräche und Diskussionen hat es schon viele gegeben. Doch greifbare Ergebnisse blieben bisher aus. Das ist das Resumee eines Treffens der Bürgerinitiative "Steinwald sagt NEIN". Der Widerstand gegen die geplante Gleichstromtrasse wird deshalb fortgesetzt.

"Wir müssen unbedingt weitermachen, dürfen in unseren Bemühungen jetzt nicht nachlassen." Die Bürgerinitiative (BI) "Steinwald sagt NEIN" informierte ihre Mitglieder am Sonntag im Landgasthof Steinwald über den aktuellen Stand in Sachen Gleichstromtrasse.

Schon vor dem Lokal wies die mehrere Dutzend Meter lange Wimpelkette auf das BI-Anliegen hin. Viele Kinder und auch Erwachsene haben in den vergangenen Monaten bei den verschiedensten Veranstaltungen, wie etwa beim Ferienprogramm in Pullenreuth, beim Bierwandertag in Friedenfels, der Gewerbeschau in Ebnath, beim Pfingstfest in Lochau und beim Schaffest in Brand ihre Sorgen und Ängste auf den Wimpeln niedergeschrieben und gemalt. Niemand möchte die Gleichstromtrasse haben, ihre Notwendigkeit wird angezweifelt.

Alles bleibt offen

Auch nachdem die bayerische Staatsministerin für Wirtschaft und Medien, Energie und Technologie, Ilse Aigner, am Donnerstag ihre Regierungserklärung abgegeben hat, bleibe zum Thema Gleichstromtrasse eigentlich alles offen. Eine sichere, bezahlbare und saubere Energieversorgung sei entscheidend für die Lebensqualität vor Ort, den Wohlstand, eine intakte Umwelt und liebenswerte Heimat, betonte die Ministerin.

Was ist in Zukunft zu tun?

Sie verwies in ihrer Rede darauf, dass auch nach Abschaltung der Kernkraftwerke in Grafenrheinfeld und Gundremmingen die Stromversorgung Süddeutschlands in den nächsten Jahren sicher sei. Was aber ist in Zukunft für die Energiewende zu tun? Ilse Eigner fordere, die Speichertechnologien weiter zu erforschen. Hohe Effizienz und niedrige CO2-Emissionen müssten Kriterien für die Energieversorgung sein.

Den Umbau der Netze behandelte sie zwar, sie lasse aber die Höchstspannungsleitungen außen vor und sehe einen Aus- und Umbau der weiteren Leitungen grundsätzlich als Erdkabel.

Der Bau der Gleichstromtrassen sei nur vertretbar, wenn deren Notwendigkeit sicher belegt sei. Deshalb fordere Eigner vom Bund ein Gesamtkonzept, wolle aber nichts ausschließen und nicht "Nein" sagen.

"Wir, die BI, sagen von Anfang an ,NEIN' zu den Gleichstromtrassen", verdeutlichte Sprecher Martin Wittmann. Zu dem am 3. November startenden Energiedialog, der über drei Monate geführt werden soll, werden Vertreter der Wirtschaft, Kommunen, Verbände, Kirchen, Gewerkschaften und der Bürgerinitiativen geladen, heißt es in der Regierungserklärung weiter. Darauf will sich die BI nun verstärkt konzentrieren. Noch am Sonntagmittag bekam die BI einen Telefonanruf vom Energieministerium, dass mehr Vertreter der Bürgerinitiativen an den Gesprächen beteiligt werden sollen.

Nun seien die Mitglieder gefragt. Wittmann bat um breite Unterstützung. Sie sollten ihre Region so präsentieren, wie sie sich die Energiewende vorstellen: mit dezentralen Lösungen. Die Eigenbemühungen der Bevölkerung, nämlich Photovoltaikanlagen auf Privathäusern und öffentlichen Gebäuden, kleine Windräder im Garten, Biogasanlagen sowie Wasserkraftwerke trügen dazu bei, eine dezentrale Versorgung sicherzustellen.

Argumente untermauern

Dazu werde die BI ein Formblatt vorbereiten, das die Mitglieder mit ihren eigenen Vorstellungen, Fotos und Berichten füllen können und an die BI weitergeben. Damit werde die Region vielfältig dargestellt und präsentiert, die Argumentation der BI-Vertreter in München untermauert.

Dass die Verhinderung der Gleichstromtrasse eine politische Lösung sein müsse, davon waren zahlreiche Anwesende sicher. Denn ein Bundesgesetz, und darin ist der Bau der Gleichstromtrasse nun einmal verankert, könne nicht allein durch den Energiedialog geändert werden.
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