Breites Grinsen im müden Gesicht

Es war wieder der Höhepunkt des Jahres für das kleine Dorf Thonhausen: Bei schönstem Sommerwetter, das nur einmal durch einen kräftigen Gewitterschauer unterbrochen wurde, fanden sich Hunderte Gäste zur Kirwa ein.

(brü) Für das Dorf waren die Festlichkeiten ein voller Erfolg. "Es waren, einfach gesagt, viel, viel mehr Besucher, als wir angenommen haben", berichtete Vorsitzender Josef Prüfling von der ausrichtenden Thonhausener Feuerwehr etwas erschöpft, aber immer noch mit einem breiten Grinsen im Gesicht, als er und Kommandant Anton Meier die letzten Gäste am frühen Dienstagmorgen verabschiedeten. Vier Tage harter Arbeit lagen da hinter ihnen und ihrer Mannschaft, die sich wieder um die Organisation und Bewirtung gekümmert hatte.

Dabei stieß bereits der Preisschafkopf zum Auftakt der Feierlichkeiten auf eine gute Resonanz. An 28 Tischen - fünf mehr als im vergangenen Jahr - fanden sich die Kartenfreunde ein, um den für den ersten Platz ausgelobten Geldpreis von 125 Euro auszuspielen. Mit 120 Gesamtpunkten sicherte sich diese Prämie Günther Mitschke, gefolgt von Helmut Hofmayer (108) und Renate Wiendl (107).

Kein Platz mehr im Stodl

Eröffnet wurde das Fest anlässlich des Patroziniums des heiligen Johannes mit dem Baumaufstellen in der Dorfmitte. 28 Meter hoch, gestiftet von Herbert Hollweck, wies dieser Riese den Besuchern den Weg. Die kamen bereits am Samstag so zahlreich, dass der Kirwastodl fast aus allen Nähten platzte. Am Sonntagmorgen stand dann der Gottesdienst an der Kapelle auf dem Programm. Wie bereits tags zuvor, strömten die Gäste im Anschluss auf die Festmeile. Beim Frühschoppen und zum Mittagstisch war kaum ein Platz zu ergattern.

Schönstes Wetter sorgte für weiteren Zulauf beim Höhepunkt des Tages: das Austanzen des Baums und die Kür des neuen Oberkirwapaares. Die zwölf Paare präsentierten ein fast dreiviertelstündiges Programm aus bayerischen Tänzen, Gstanzln und weiteren Einlagen, das sich sehen lassen konnte und für das sie viel Applaus erhielten. Beim Straußtanz hielten Florian Kuhn aus Bittenbrunn und Ursina Besold aus Ursensollen das Blumengesteck am Ende in der Hand. So zogen sie nach der Darbietung als Oberkirwapaar vom Platz hinein in den Kirwastodl. D'Hoglbouchan, die bereits das Austanzen musikalisch begleitet hatten, sorgten dort für entsprechende Stimmung, die weit bis in den frühen Morgen anhielt.

Zum Abschluss stand am Montagnachmittag zunächst das Kirwabärtreiben an. Sebastian Peichl streifte sich das Fell über, als Kirwahexe agierte Florian Salzhuber und als Treiber Dominik Lautenschlager. Der Schweiß floss in Strömen, so dass am Abend das eine oder andere Paar erste Ermüdungserscheinungen zeigte.

Den Baum versteigert

Dennoch hielten alle durch, nicht nur bis zum abschließenden Höhepunkt, der Verlosung des Baumes. Dabei hatte Thomas Sossau aus Thonhausen das Glück auf seiner Seite. Er gewann den Stamm, den er aber an die Kirwaleute gegen einen Obolus zur Versteigerung zurückgab. Für 470 Euro ging das Kirwa-Wahrzeichen an Johannes Bock aus Zant.
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