Brigitte Scharf schlüsselt auf, wer für Heimunterbringung aufkommen muss
Kinder "haften" für ihre Eltern

"Heimfall - Pflegefall: Wer trägt die Kosten?" war eines der Themen von Brigitte Scharf (stehend) beim Seniorenclub. Bild: jzk
Kemnath. (jzk) Wer zahlt für die Unterbringung in einem Seniorenheim? Das war eine der brennenden Fragen, die Brigitte Scharf beim Seniorenclub im Kormannsaal beantworte. "Keinem Kind wird das Wohnhaus weggenommen, wenn die Eltern ins Altenheim müssen", beruhigte sie ihre Zuhörer.

Viele Heimbewohner hätten nicht das notwendige Geld für die monatlich rund 2900 Euro für die Unterbringung. Reicht dafür die eigene Rente nicht aus, seien die leiblichen Kinder unterhaltspflichtig, erklärte Scharf. Sie seien im Ernstfall verpflichtet, ihre finanziellen Verhältnisse offenzulegen. Dabei ist es beispielsweise von Bedeutung, ob das Kind ein eigenes Haus besitzt oder zur Miete wohnt.

Das verwertbare Vermögen werde genau ermittelt. Auch müsse ein Nachweis über die Vermögenswerte in den zurückliegenden zehn Jahren vorgelegt werden. "Noch schnell Geld vom Sparguthaben abheben bringt nichts" warnte Scharf, "das muss zurückgezahlt werden." Ein Kind dürfe wegen der Einweisung der Eltern in ein Pflegeheim aber nicht zum Sozialfall werden. Deshalb dürfe es ein "Schonvermögen" haben. Wer im Altenheim ist, kann über einen "Notgroschen" frei verfügen.

Auf Anfrage ging die Referentin noch auf die Neuregelung der Mütter- und Witwenrente ein. "Bei der Erhöhung der Mütterrente wurden möglicherweise Sozialleistungen eingespart", befürchtete sie. Zur Verdeutlichung ihrer Aussagen führte die Verwaltungsangestellte in der Gemeinde Krummennaab praktische Beispiele an und stellte konkrete Berechnungen an.

Seniorenbeauftragter Franz Schwemmer wies auf seine Seniorensprechstunde an jeden ersten Mittwoch im Monat von 16 bis 17.30 Uhr im Bürgerbüro "Leben plus" auf dem Stadtplatz 29 hin. Demnächst wird er Wolfgang Fenzl, den neuen Leiter der Seniorenfachstelle in Tirschenreuth zum Vortrag einladen.
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