Buchtipp

Die Vergangenheit will nicht vergehen - weder privat für Hauptkommissar Vincent Veih noch für die Bundesrepublik: Erneut versetzt Horst Eckert in seinem neuen Thriller "Schattenboxer" die Leser in die Gedankenwelt der RAF. Die reale Ermordung von Treuhand-Chef Detlev Karsten Rohwedder (im Roman Rolf-Werner Winneken), Selbstjustiz in den eigenen Polizeireihen und ein durch und durch kompliziertes Beziehungs- und Familienleben des Protagonisten - mit diesen Zutaten ist es Eckert gelungen, einen packenden Krimi zu entwerfen.

Einen Krimi, der auch viel Raum für Spekulationen lässt und jede Menge Geheimdienst-Nebel aufsteigen lässt. Wie schon im Vorgänger-Roman "Schwarzlicht" ermittelt Veih, die Verkörperung des aufrechten und geradlinigen Polizisten, gegen alle Widerstände in den eigenen Reihen, tritt dabei vielen Kollegen auf die Füße und fördert viele Überraschungen zu tage.

Eine Stärke in Eckerts Schreiben liegt zweifellos in der ungekünstelten, bisweilen auch nüchternen Sprache. Damit gelingt ihm eine Charakterisierung und Beschreibung der Protagonisten, die diese wohlvertraut erscheinen lassen: Zum Vorschein kommen Typen, die in der heutigen Zeit an vielen Stellen zu finden sind, die jeder kennt, ohne sie bei konkreten Namen nennen zu müssen.

Wie es Horst Eckert in seinem 400-Seiten-Werk auch gelingt, verschiedene Handlungsstränge zu verbinden und dabei das aktuelle politische "Geschäft" einbezieht, verdient großen Respekt. Auf Band 3 der Vincent-Veih-Reihe darf sich der Leser jetzt schon freuen. (stg)
Weitere Beiträge zu den Themen: Thriller (817)Magazin (11335)Februar 2015 (7876)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.