Büchsen, Türme, Frühgeschichte

Viel Platz, aber wenig Wohnraum: Im Kloster Speinshart machen es die laufenden Sanierungsarbeiten zusätzlich schwer, Flüchtlingsfamilien aufzunehmen. Gedanken über mögliche Hilfe machen sich die Chorherren dennoch, wie auch viele andere katholische Pfarrer der Region.
 
Hans Rösch (links), Vorsitzender des Heimatkundlichen Arbeits- und Förderkreis, und Museumsleiter Anton Heindl (rechts) stellen eine alte Kemnather Handwerkskunst vor: Die Büchsenmacherei. Bild: sib

Handwerk und Industrie stehen im Mittelpunkt des Tags des offenen Denkmals. In der Region gibt es unbekannte Schätze zu diesem Thema. Und auch die Klassiker präsentieren sich am 13. September.

"Handwerk, Technik und Industrie" - das Motto des Tag des offenen Denkmals am Sonntag, 13. September, ist Programm. Die Veranstalter in der Region führen nicht nur durch historische Gemäuer und vor Ausstellungsstücke, sondern zeigen Handwerk, Technik und Industrie am Objekt.

Das Programm der Alten Fronveste passt bestens zum Motto: Neben der Dauerausstellung über historische Waffen aus der ersten bayerischen Waffenmanufaktur Fortschau, beherbergt diese auch das Stützpunktmuseum für die Vor-und Frühgeschichte im Kemnather Land. Museumsleiter Anton Heindl und HAK-Vorstand Hans Rösch geben von 14 bis 16 Uhr Führungen. Zum diesjährigen Thema "Handwerk, Technik und Industrie" erklären sie Handfeuerwaffen, zerlegen sie und gewähren Einblick in die Technik.

"Nicht für die Schule, sondern für das Leben lernen wir!", heißt es bei der Eröffnung der Sonderausstellung um 14 Uhr, ebenfalls im Heimat- und Handfeuerwaffenmuseum. Bis 29. November können die Besucher mehr über das Schulwesen im Kemnather Land erfahren.

Im Erdgeschoss des Meisterhauses ist ein Musiksalon eingerichtet. Dort zeigt das Museum mechanische Musikautomaten bis aus der Zeit der 1880er Jahre. Dazu gibt es Informationen zu deren Entstehung, Entwicklung und Klangbeispiele. Unter den Ausstellungsstücken sind Raritäten und Kuriositäten wie eine Zungendrehorgel, ein Vorsetzer, also ein selbstspielendes Klavier, oder ein Klavierochestrion, das acht Instrumente spielt. Für das leibliche Wohl sorgt eine Kaffee- und Kuchentafel.

An der Burgruine am Schlossberg bietet der Heimat- und Kulturverein ab 14 Uhr Führungen zur Geschichte der Burg, die 1124 erstmals erwähnt wurde. Derzeit werden dort Mauerreste freigelegt und restauriert, die für Besucher ebenfalls zugänglich sind. An der Ägidiuskapelle ist die erst kürzlich gegossene und geweihte Glocke an ihrem Bestimmungsort zu begutachten.

Kaibitz

In der Schlossschänke warten die Kulturfreunde mit einem Programm auf: In der alten Mühle zeigt Schnitzer Hermann Mayer Ausstellungsstücke. Außerdem schnitzt der Kaibitzer einige Stücke live. Als lebende Zeitzeugin vor Ort ist die "Schneider Betty". Die 91-Jährige Kaibitzerin weiß einiges aus ihrer Zeit als Mädchen für Alles beim Schriftsteller Erich Ebermeyer zu berichten. Eine Augenweide ist die über 500 Jahre alte Eiche neben der Kapelle, die unter Denkmalschutz steht. Zu dieser gibt Ely Eibisch ab 14.30 Uhr Führungen.

Zum Tag des offenen Denkmals ist auch rund ums Kloster viel geboten. Die sonst nicht zugängliche Wieskapelle im Klosterhof öffnet von 13.30 bis 17 Uhr ihre Pforten. 1747 bis 1752 errichtet, wurde sie im Zuge der Säkularisation 1803 profaniert. Danach wurde sie teilweise landwirtschaftlich genutzt, bevor sie der Landkreis kaufte und wiederherstellte. Nun können dort die Besucher nicht nur den Kapellenraum sowie Fragmente von barocken Fresken ansehen, sondern auch eine kleine Ausstellung zum nördlichen Oberpfälzer Wald besichtigen.

Die frisch renovierten Räume der Prämonstratenserabtei sind ebenfalls von 13.30 bis 17 Uhr zugänglich. Im Südflügel des Klosters ist der alte Speisesaal, das Refektorium, geöffnet. Mitte des 18. Jahrhunderts wurde es im Stil des Rokoko neu gestaltet und restauriert. Die Klosterkirche, die als eine der bedeutendsten Barockkirchen Süddeutschlands gilt, ist von 10.30 bis 17 Uhr für Besucher geöffnet. Zusätzlich sollen Rundgänge um 15 und 16 Uhr den Besuchern Einblicke in die Geschichte und die kunsthistorische Bedeutung der Kirche geben.

Wer hoch hinaus will, der sollte sich um 14 und 15.30 Uhr die Besichtigung des barocken Dachstuhl nicht entgehen lassen. Dort geben der Statiker Anton Landgraf und Alfred Grasser vom staatlichen Hochbauamt Einblicke in die Baugeschichte der Dachstuhlkonstruktion. Der Zugang ist jedoch erschwert und die Teilnehmerzahl begrenzt. Geschichten aus dem Klosterhof und über dessen Bewohner vermitteln Barbara Müller und Birgit Mayer vom Heimatverein bei ihren Führungen um 14 und 16 Uhr durch das Klosterdorf.

Auch im Bibertal geht es historisch zu: Heimatkundler Sigurd Burucker führt zunächst um jeweils 14, 15 und 16 Uhr durch die Ausstellung über das Dorfleben im Heimatmuseum des alten Schulhauses. Zu bestaunen gibt es dort beispielsweise ein altes Klassenzimmer oder alte Turmuhrwerke. Danach ziehen die Gäste über historische "Biwaricher" Häuser weiter zum Schlossgraben.

Im ältesten und zugleich höchsten Gebäude des Ortes, der St. Johannis Kirche, stellt sich Frater Korbinian König O. Praem ab 13.30 Uhr den Fragen der Besucher zum Innenraum der Kirche. Martin Wiesend führt hinauf in den Sandsteinturm, dessen Aufstieg sich sicherlich nicht nur wegen der schönen Aussicht lohnt. Im MCO Clubheim werden bei Kaffee, Kuchen- und Tortenspezialitäten historische Filmaufnahmen über den Einmarsch der US-Streitkräfte vor 70 Jahren gezeigt. (Hintergrund)
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