"Bürger einer Grauzone"

Den Böhmischbruckern steht seit Kurzem ein schattiger Festplatz, direkt an der Pfreimd, zur Verfügung. Bild: dob

"Ich bin es leid, Bürger einer Grauzone zu sein", fühlt sich Uwe Hippmann als Dauerbewohner des Feriendorfes Maximilianshof längst als Bürger zweiter Klasse und tat dies bei der Bürgerversammlung gegenüber den 22 Zuhörern und den 7 Stadträten im Pfarrsaal auch kund.

Überall werde er nur belächelt, wenn er seinen Wohnort nenne. Selbst Postboten kämen mit der verwirrenden Situation im Feriendorf oftmals nicht zurecht. Wenn er bei der Polizei vorspreche, hieß es, er dürfe dort gar nicht wohnen, weil es sich um ein Feriendorf handle, er aber Dauerbewohner sei.

Johann Kurzka brachte zuvor das Feriendorf ins Spiel, weil er von Bürgermeister Andreas Wutzlhofer wissen wollte, ob die Wasserversorgung im Feriendorf Eigentümer- oder Stadtsache sei. Wutzlhofer bestätigte, dass die Stadt das Wasser bis zum Übergabeschacht ins Feriendorf liefere. Die einzelnen Wasser- und Kanalabrechnungen wickle aber die Eigentümergemeinschaft auf den Privatgrundstücken separat mit der Hausverwaltung ab.

Für das Feriendorf sei im Übrigen der Landkreis Neustadt/WN und nicht die Stadt zuständig. Solange er Bürgermeister sei, werde er das Infrastrukturnetz in diesem Gebiet jedenfalls nicht antasten oder gar übernehmen, denn das sei ein Millionengrab.

Spielplatz in Altentreswitz

Josef Winklmann wünscht sich einen Kinderspielplatz für den Ortsteil Altentreswitz, wenngleich er einschränkte, dass die meisten Familien mit Kindern ihre eigenen Spielgeräte vor der Haustür hätten. Mittlerweile befinde sich das "15. Kind im Ortsteil im Zieleinlauf", warb der Altentreswitzer für sein Anliegen. Der Ort werde diesbezüglich von der Stadt vernachlässigt. Um den Kirchengrund sei genügend Platz Spielgeräte aufzustellen, brachte Winklmann seiner Meinung nach auch gleich ein geeignetes Grundstück zur Sprache.

Kategorisch wollte Wutzlhofer diesen Wunsch nicht ablehnen. Allerdings würde sich das Areal neben der St.-Matthäus-Kirche mit den hohen Bäumen schon wegen der Verkehrssicherungspflicht nicht besonders gut für einen Kinderspielplatz eignen. Außendienstleiter Karl Frey stieß die Selbstbeteiligung der Ortsteilbewohner an. Jedenfalls sollte ein Spielplatz Hand in Hand mit den Eltern gehen.

Heribert Hilburger bat die Stadt, Risse in der Teerdecke im Straßenzug am Kranbühl auszubessern. Auch Josef Scherer nannte einige sanierungsbedürftige Stellen in Kößing, die ebenfalls Straßenbauer nötig hätten. Allerdings kritisierte Frey, dass Landwirte oftmals auf ihren Feldern bis an die Wirtschaftswege ackern würden und damit die für die Entwässerung dringend benötigten Gräben zufüllten. Somit könnte das Regenwasser nicht mehr ablaufen und sprenge die Straßen auf.

Helmut Zwack fragte nach, ob die Firma, die von der Stadt für die Sauberhaltung der Abwasserschächte beauftragt werde, auch kaputte Schächte melde, denn in der Propsteistraße seien drei Kanalschächte schon vier Jahre kaputt und würden nicht einmal mehr gesäubert, weil wahrscheinlich ein roter Strich die dringend nötige Sanierung markiere. "In Vohenstrauß werden Riesenstraßenzüge saniert und bei uns kann nicht einmal ein Schacht ausgebessert werden", klagte der Antragsteller.

Neuer Festplatz

Josef Meier aus Altentreswitz wünscht sich, dass die Bäume bei der Ortseinfahrt bei der Wastlmühle einen Rückschnitt erhielten. Die Böhmischbrucker verfügen seit Kurzem über einen neuen Festplatz, unterhalb des Containerstellplatzes. Es handelt sich um einen schattigen Platz unmittelbar an der Pfreimd mit alten Granitzaunsäulen als Uferabsperrung.

Außerdem gab der Bürgermeister bekannt, dass die angedachte große Lösung mit Kreisverkehr und Talbrücke beim Ausbau der Kreisstraße 37 zwischen Vohenstrauß und Böhmischbruck nicht mehr verfolgt werde und vielmehr einem bestandsorientierten Ausbau der Vorzug gegeben wird. Das Straßenbauamt plane derzeit die Brückenerneuerung über die Pfreimd. Baubeginn werde im Jahr 2017 sein.
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