Bürger informieren sich über Wasserversorgung
Für 1840 Einwohner

Kastl. (mkk) Den Bestrebungen, die Trinkwasserversorgung in Privathand zu geben, erteilen die Freien Wähler eine klare Absage. "Auch für Kastl gilt, dass diese Aufgabe in Zukunft in Gemeindehand bleiben soll", betonte Vorsitzende Elisabeth Streng. Die Ortsgruppe hatte interessierte Bürger zum Wasserhaus am Radweg von Kastl nach Senkendorf eingeladen. Aktueller Anlass war die anstehende Sanierung der Tiefbrunnen.

Laut Wasserwart Robert Schraml fördert eine Pumpe aus dem Tiefbrunnen I, der eine Bohrung bis zu einer Tiefe von 100 Metern aufweist, das Wasser aus 46 Metern Tiefe nach oben. Im Tiefbrunnen II, der 120 Meter nach unten reicht, sitzt die Pumpe bei 86 Metern. Nachdem sie aus dem Rohwasser Mangan und Eisen herausfiltert haben, verteilen Pumpen das Wasser vom Reinwasserbecken aus auf die Leitungen, die alle Ortsteile von Kastl sowie die Kemnather Ortsteile Löschwitz, Kaibitz und Lindenhof versorgen. Was nicht gleich verbraucht wird, nehmen die Hochbehälter Kastl (700 000 Liter Fasungsvermögen) und Haidhügl (80 000 Liter) auf. Letzterer versorgt Haidhügl, Gründlhut, Neuenreuth und Altköslarn. Ein 55 Jahre alter Dieselgenerator im Wasserhaus gewährleistet bei Stromausfall die Versorgung.

Robert Schraml wartete mit weiteren interessanten Details auf: 1840 Einwohner werden vom Wasserwerk aus mit Trinkwasser versorgt. Hierfür besteht ein Rohrnetz mit einer Gesamtlänge von 22,5 Kilometern. Hinzu kommen noch Hausanschlussleitungen von 6,5 Kilometern Länge. 500 Hausschieber, 163 Hauptschieber, 108 Unterflurhydranten und 28 Oberflurhydranten gilt es zu warten.

Damit die Gemeinde Trinkwasser fördern darf, muss sie im Besitz eines Wasserrechtes sein. Dieses wird in der Regel auf 20 Jahre ausgesprochen. Das derzeitige Wasserrecht ist abgelaufen, ein neues musste beantragt werden. Voraussetzung für die Genehmigung ist die Sanierung des Tiefbrunnens II in diesem Jahr.

Das Wasser werde regelmäßig untersucht "und war stets einwandfrei", betonte Schraml. Aber neue Vorschriften machten der Gemeinde zusätzliche Auflagen. So müsse ein Eindringen von Wasser aus oberen Schichten ins Förderrohr verhindert werden. Trinkwasser dürfe nur aus den sogenannten tiefgelegenen Benkerschichten stammen. Das Wasserwirtschaftsamt möchte so verhindern, dass sich auch nur Spuren von Nitrat und Keimen mit gefördertem Wasser vermischen.

Eine Besichtigung des Hochbehälters rundete die Führung ab. Streng dankte dem Wasserwart für die Erläuterungen mit einem Gebinde von Mineralwasser aus der Umgebung, wobei eine Flasche Hochprozentiges enthalten könnte.
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