Bürgerfest: "Evangelischer" Start

Wird das Bürgerfest bald auch einmal mit einem evangelischen Gottesdienst eröffnet? Mit dieser Frage befasste sich die Vollversammlung des Stadtverbandes. Pfarrerin Anne Utz wandte sich dabei mit einem salomonischen Vorschlag an Vorstand und Vereinsvertreter.

Traditionell habe die katholische Kirche die Gottesdienstgestaltung übernommen hat, erinnerte Utz eingangs. Als Grund dafür nannte sie das Verbot eines ökumenischen Gottesdienstes durch das Bistum. "In Eschenbach sind etwa ein Fünftel der Einwohner evangelische Christen. Da könnten wir doch alle fünf Jahre das Bürgerfest mit einem evangelischen Gottesdienst beginnen", regte sie deshalb an.

"Ich habe der evangelischen Kirchengemeinde angeboten, den Bürgerfest-Gottesdienst durch einen Lektoren zu begleiten", erwiderte Pfarrer Thomas Jeschner. Der Kirchenvorstand habe dies jedoch abgelehnt. Jeschner verzichtete auf einen Kommentar dazu und berief sich auf die Dogmatik: "Für Katholiken stellt am Sonntag die Kommunionfeier die Erfüllung der Christenpflicht dar."

"Praktikable Regelung"

"Ein Fünf-Jahres-Rhythmus wäre eine praktikable Regelung", erklärten zweiter Bürgermeister Karl Lorenz und "Pilots"-Vorsitzender Harald Wohlrab. Und Bürgermeister Peter Lehr sagte: "Den Vorschlag von Pfarrerin Anne Utz könnten wir mittragen." An die Vereine appellierte er zudem, der Fairness halber beim Bürgerfest auch nur das anzubieten, was vorher gemeldet worden sei.

Bei der Vorbereitung des Bürgerfests wird der Stadtverband künftig neue Wege gehen: Es hat sich ein Forum gebildet, das bereits im Januar erste Vorgespräche aufnehmen wird. Außerdem soll künftig unter anderem vermieden werden, dass Stände mit gleichem Angebot nebeneinander stehen. In der Aussprache regte Reinhard Wiesent an, bei künftigen Bürgerfesten Erfahrungen aus den Bauernmärkten zu nutzen.

Thomas Schreml, der Vorsitzende der Feuerwehr, wandte sich mit einem Appell an die Runde: "Die Vereine sollten so viel Anstand haben, die Tische und Bänke, die sie für ihre Stände abgeholt haben, am Ende des Bürgerfestes auch wieder zurückzubringen." Bisher werde der Feuerwehr zugemutet, gegen Mitternacht an den Ständen der Vereine verbliebene Garnituren wieder einzusammeln.

Anzeigen als Unterstützung

Dieter Kies, der Vorsitzende des Stadtverbands, hatte eingangs von der Teilnahme an zahlreichen Veranstaltungen der Vereine und an zwölf Festlichkeiten berichtet. Dank sagte er seinem Vorgänger Vinzenz Dachauer, unter dessen Verantwortung zwei Ausgaben der Stadtverbandsnachrichten mit Anzeigen der Geschäftswelt erschienen. Kies wertete die Anzeigen auch als Unterstützung der Arbeit des Stadtverbandes und der angeschlossenen Vereine und rief zu regelmäßigen Beiträgen für die Publikation auf.

In seiner Rückschau auf größere Ereignisse berichtete er, dass beim vierten Eschenbacher Bauernmarkt zirka 10 000 Besucher die Rußweiherstadt "gestürmt" hätten, darunter "auffallend viele Auswärtige". Dem Kinder- und Jugendbürgerfest bescheinigte er einen guten Zuspruch, den Veranstaltungen zur Kirchweih "beste Organisation". Von der Sonne begünstigt habe es beim Rathaussturm der Faschingsgesellschaft einen "Riesenandrang" gegeben.
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