Bürgerkritik schmerzt

Die fast fünfstündige Infoveranstaltung zur "Windenergie in Kohlberg" mit kritischen Anmerkungen einiger Bürger machte zweiter Bürgermeister Gerhard List (CSU) zum Thema der Marktratssitzung.

Er sah den Standpunkt des Gemeinderats nicht angemessen gewürdigt. "Wir sollten auf Unterstellungen mit einer Bürgerbefragung reagieren und ins rechte Licht rücken, dass wir für die Bürger da sind", stellte der CSU-Vorsitzende fest. Für die Befragung schlug er vor, den Inhalt im Rat zu besprechen.

Die Sichtweise der Kohlberger brachte Martina Auer-Bertelshofer zum Ausdruck: "Sie haben den Eindruck, dass wir uns schon entschieden haben." Fakt sei, dass wohl privatwirtschaftliche Betreiber mit Grundstücksbesitzern verhandeln, die Gemeinde aber nach Abwägung technischer und wirtschaftlicher Gesichtspunkte über die Ausweisung eines Flächennutzungsplanes die alleinige Entscheidung habe. Dies sah Adrian Blödt gefährdet: "Wenn die 10-H-Regelung fallen sollte, und diese Vermutung liegt aufgrund der rechtlichen Widersprüchen durchaus nahe, dann entfällt auch unsere Planungshoheit zur Ausweisung von Vorranggebieten."

Daher und vor dem Hintergrund drohender Verschlechterungen, sprich näher rückender Abstände, sollte die Erstellung eines Flächennutzungsplans forciert werden. "Nur so können wir sagen, dort und da wollen wir die Anlagen", so Blödt. 1750 Meter beträgt der Abstand vom Wohngebiet "Geißelberg" zur ins Auge gefassten Fläche für Windräder an der Staatsstraße 2238. "Prinzipiell ja, ein Großteil der Bevölkerung hat nicht die notwendigen Informationen", äußerte sich Walter Fischer (UPW) zur angedachten Befragung, "reagieren" empfahl Norbert Merkel (CSU). "Für eine Infoveranstaltung wurde die Diskussion eher scharf geführt. Wir sollten die Meinungen so nicht stehen lassen und aufklären", schlug Hermann Prechtl (UPW) vor.

Bürgermeister Rudolf Götz wollte die Kritik nicht überbewertet sehen: "Wenn 6 von 100 Meinungen negativ sind, dann ist das völlig normal." Er warnte auch, dass Umfragen nicht unbedingt repräsentativ seien. Er hatte aber schon im Vorfeld bei der VG einen Text für ein Rundschreiben in Auftrag gegeben. Über diesen soll im Marktrat abgestimmt werden.

Bei der Umstellung der Straßenbeleuchtung entschied sich das Gremium für eine Komplettlösung. Das Bayernwerk soll die Leuchtkörper in allen Ortsteilen auf LED-Technik umstellen. Die Kosten übersteigen geringfügig den Ansatz im Haushalt und liegen bei 57 000 Euro. 10 000 Euro Stromkosten spart die Kommune künftig im Jahr.
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