Bürgermeister Anton Kappl "sehr enttäuscht" vom Landesamt für Denkmalpflege - Kein dritter Rotor
Schutz der Burg bei Windkraft außen vor

Das Landratsamt Schwandorf hat das wie ein Damoklesschwert über den Bürgern der beiden Leuchtenberger Ortsteile schwebende Windrad abgelehnt (wir berichteten). Nach zwei bereits bei Deindorf genehmigten sollte ein dritter Rotor bedrohlich nahe (800 Meter) an Wittschau und Preppach am Autobahnrastplatz entstehen.

Belastungen für Bürger

Bürgermeister Anton Kappl informierte die Wittschauer und Preppacher in einer Versammlung im Gasthaus Ram. Im August 2014 hatte er das Vorhaben zur Stellungnahme auf den Tisch bekommen. Der Gemeinderat formulierte diese dahingehend, dass die Nähe zu den Ortschaften Belastungen für die Bürger bringe und gerade die Weiterentwicklung eines Betriebs in Wittschau nicht mehr möglich sei. Zudem sei die Ansicht der Burg Leuchtenberg beeinträchtigt.

Das alles war nicht berücksichtigungsfähig. Allerdings gab es die Zusicherung vom Schwandorfer Landratsamt, dass die Stellungnahmen Denkmal- und Naturschutz beachtet werden. Besonders ärgerte die Wittschauer und Preppacher, dass sie vom Markt Wernberg-Köblitz nicht mit in die Bürgerinformation einbezogen wurden, obwohl sie näher am Standort liegen würden als Wernberg-Köblitzer Ortsteile.

Erst als Kappl für die Bürger vor Ort ein Infotreffen ansetzte, gab es Näheres über alles. Beim Termin im Schwandorfer Amt untermauerte Kappl die Anliegen des Denkmalschutzes und forderte eine Sichtbarkeitsanalyse mit der Burg Leuchtenberg. Hier wurde ihm zugesagt, dass eine solche vom Antragsteller nachgefordert werde und ohne diese keine Entscheidung falle. Kappl verfasste zudem ein dreiseitiges Schreiben ans Landesamt für Denkmalpflege in Regensburg mit der Darstellung der Thematik "Burg".

Kappl sagte, dass der Denkmalschutz für die Windräder in Gleiritsch vier Stellungnahmen gerade wegen des Schlosses Guteneck, das acht Kilometer entfernt ist und keine direkte Sicht hat, abgegeben hatte. Er forderte das Landesamt auf, beim Schutz der Burg die Gemeinde zu unterstützen. Dies war im November - bis heute hat er darauf nicht einmal eine Antwort bekommen. "Von dieser Behörde bin ich als Bürgermeister von Leuchtenberg gerade wegen dem hohen Kultur- und Denkmalgut ,Burg' sehr enttäuscht", meinte Kappl.

Der Gemeindechef informierte über weitere Gespräche mit dem Markt Wernberg-Köblitz, der jedoch voll hinter dem Vorhaben stand, sowie auch mit dem Schwandorfer Landrat Thomas Ebeling. Dieser informierte ihn persönlich im Dezember, dass es wohl eine Ablehnung geben werde, weil der Antragsteller nicht alle geforderten Planungsunterlagen rechtzeitig beibringen konnte. Am 21. November trat die 10-H-Regelung in Kraft, der zehnfache Abstand der Windradhöhe zu den Ortschaften war nicht mehr gegeben.

Positiv beeindruckt

Besonders positiv beeindruckt war Kappl von der Zusammenarbeit mit dem Landratsamt Schwandorf. Von den Wittschauern und Preppachern kam die Forderung nach schneller Information bei solchen oder ähnlichen Vorhaben gerade durch die Landratsämter - und nicht erst, wenn schon alles fast erledigt ist.
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