Bürgermeister erinnert am Kriegerdenkmal an Situation der Flüchlinge in Kemnath
Integration kann gelingen

Das unermessliche Leid, "das Menschen über Menschen gebracht haben", sowie die aktuelle Lage der Asylbewerber in der Stadt rückte Bürgermeister Werner Nickl (vorne links) in seiner Ansprache in den Mittelpunkt. Bild: jzk
Schönreuth. (jzk) Die Asylbewerber, die seit über einem Jahr in der Stadt seien, "haben Schlimmes mitgemacht", berichtete Bürgermeister Werner Nickl am Kriegerdenkmal. Er zeigte durchaus Verständnis für die Sorgen und Nöte der Bürger angesichts "der Massen an Flüchtlingen, die zu uns kommen". Die meisten hätten Krieg, Mord und Totschlag erlebt. Sie seien auch vor denen geflohen, die in Paris die terroristischen Mordanschläge verübt haben.

Eindringlich rief er dazu auf, alles zu tun, damit die Integration gelingt. "Viele ehrenamtliche Helfer zeigen uns, dass und wie es gelingen kann." Jeder einzelne könne an diesem Prozess mitwirken, und sei es nur mit Toleranz und Offenheit. In Ehrfurcht vor den Opfern von Kriegen und Gewaltherrschaft sowie der im Dienst für die Freiheit gestorbenen Bundeswehrsoldaten legte er am Mahnmal einen Kranz nieder.

Zuvor hatte Stadtpfarrer Konrad Amschl in der Filialkirche für die Opfer der Terroranschläge in Paris sowie deren Angehörige gebetet. Die vielen Toten der beiden Weltkriege seien Aufforderung, alles uns Mögliche zu tun, um Frieden zu schaffen. "Wir beten für alle Menschen, die Angst um ihr Leben haben und am Ende ihrer Kräfte sind", lautete eine Fürbitte, die Heidi Zehfuß vortrug.

Der Kemnather Kirchenchor unter der Leitung von Josef Zaglmann gestaltete die Messfeier musikalisch. Als letztes Lied erklang "Von guten Mächten wunderbar geborgen", zu dem der evangelische Theologe Dietrich Bonhoeffer im Konzentrationslager Flossenbürg kurz vor seinem gewaltsamen Tod den Text verfasst hatte.

Nach dem Segen versammelten sich alle vor dem Kriegerdenkmal zur Totenehrung. Nachdem die Blaskapelle "Strammer Max" "Das Lied vom guten Kameraden" gespielt hatte, dankte Helmut Zehfuß von der Krieger- und Soldatenkameradschaft allen Beteiligten für die würdige Gestaltung der Feier.
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