Bürgermeister Lehr kämpft gegen Lautstärke an B 470
Keinen Lärm verdient

Nach einer Sondersitzung zum Verkehrslärm besichtigte der Eschenbacher Stadtrat zusammen mit Martin Burkert, Vorsitzender des Ausschusses für Verkehr und digitale Infrastruktur im Deutschen Bundestag, die B 470. Bürgermeister Peter Lehr fordert für die Anwohner eine Lärmschutzwand. Bild: rn
Erhält Eschenbach entlang der B 470 eine Lärmschutzeinrichtung? Bei einem Besuch im Rathaus erklärte Martin Burkert, Vorsitzender des Ausschusses für Verkehr und digitale Infrastruktur im Deutschen Bundestag: "Ich nehme euch mit in die Liste auf. Wie es dann ausgeht weiß ich nicht."

"Ob wir Eschenbach im Bundesverkehrswegeplan unterbringen können, hängt vom zeitlichen Vorlauf, der Gesamtstrecke und vom Preis ab", erklärte er den Stadträten. Sie waren sich mit dem Bürgermeister einig, dem Ausschussvorsitzenden mit einem Lärmschutzgutachten und weiteren Anhaltspunkten Hilfestellung für seine weiteren Bemühungen zu geben. Im Gespräch waren vor allem Flüsterasphalt und eine Lärmschutzwand.

Bürgermeister Peter Lehr hatte die Sondersitzung des Stadtrats zur Problematik des zunehmenden Verkehrslärms mit einer Powerpoint-Präsentation eröffnet. Er gab einen Rückblick auf die Entstehung der B 470. Als Ausgangspunkt nannte er das Jahr 1960, als bei einem Besuch des bayerischen Ministerpräsidenten Alfons Goppel das Problem der Ortsumgehung vorgetragen wurde. Bereits ein Jahr später seien erste Verhandlungen mit dem Straßenbauamt Weiden geführt worden.

Sportplatz musste weichen

Lehr erwähnte den zusätzlichen Einsatz der Bundestagsabgeordneten Dr. Heinrich Aigner (Amberg) und Franz Weigl (Tirschenreuth) sowie von Landrat Josef Decker, der den Beginn der Bauarbeiten im Jahr 1963 ermöglichte. Randerscheinungen der Baumaßnahme waren für ihn das Versetzen des Kriegerdenkmals, der Abbruch der Notkirche der evangelischen Kirchengemeinde und die Verlegung des Sportplatzes. Lehr zitierte Decker, der bei der Einweihung der Straße im September 1965 auf deren große wirtschaftliche Bedeutung verwiesen hatte. Deren Mittelpunktsfunktion habe sich Bürgermeister Josef Ficker damals wohl anders vorgestellt, als er zum gleichen Anlass sagte: "In einigen Jahren wird die heutige Ortsumgehungsstraße, bedingt durch die ständige Ausweitung der Kreisstadt, wieder Mittelpunkt von Eschenbach sein."

Lehr sah in den verschiedenen Gründen, die seit der Freigabe der Ortsumgehung zu deren dramatischer Mehrbelastung geführt haben, die Ursache in den aktuellen Brückenschäden und der Lärmbelastung der Anlieger. Deren Wohngebäude seien bereits vor dem Straßenbau errichtet worden. Der Bürgermeister beklagte die mit der Lärmbelästigung verbundenen gesundheitlichen Beeinträchtigungen und deren mögliche Folgen. Er stellte Burkert das Ergebnis einer überschlägigen Berechnung der Verkehrslärm-Immissionen vor, die er an drei exponierten Stellen nach RLS-90 hatte durchführen lassen. Die höchste Belastung sei bei einem Verkehrsaufkommen mit täglich rund 6400 Pkw und 800 Lkw ermittelt worden. Damit ergebe sich ein Tageswert von 66 Dezibel (dB) und ein Nachtwert von 59 dB. Als Lärmauslösewerte nannte er 67 dB beziehungsweise 57 dB.

Kein Rechtsanspruch

Lehr räumte ein, dass es keinen Rechtsanspruch auf Lärmschutz an bestehenden Bundesstraßen gibt, gab jedoch zu bedenken: "Die Menschen unserer Stadt haben bis heute neben dem Verkehrslärm auch die Begleiterscheinungen unseres Truppenübungsplatzes mit umfangreichen Militärkolonnen vor nicht allzu langer Zeit und mit Schieß- und Fluglärm im Wesentlichen klaglos akzeptiert, weil wir die Vorteile der Auslöser dieser Belastungen erkennen." Die Bürger hätten es jedoch verdient, dass die Lärmbelastungen, die aus dem Fahrzeugverkehr auf der B 470 resultieren, deutlich minimiert werden.

Den Besuch Martin Burkerts hatte der SPD-Stimmkreisabgeordnete Uli Grötsch in die Wege geleitet. Nach Informationen Lehrs war er überzeugt, dass der Ausschussvorsitzende nun mit der speziellen Situation Eschenbachs vertraut sei und versicherte: "Wir werden dran bleiben."

Der Sitzung im Rathaus schloss sich der Eintrag ins Goldene Buch und ein Lokaltermin an der Brückenbaustelle beim alten Feuerwehrhaus an.(Hintergrund)
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