Bürokratie schafft Beweise
Ungarn-Aktion

437 402. Exakt so viele jüdische Deportierte meldete der deutsche Gesandte in Ungarn, Edmund Veesenmayer im Jahr 1944 an das Auswärtige Amt Berlin. Diese Berichte liegen im Politischen Archiv des Auswärtigen Amts Berlin und sind Grundlage der Ermittlungen gegen Johann Breyer. Er wurde am Ende der Beteiligung am Mord an 216 000 Juden in 15 Fällen (Zügen) bezichtigt. Die Zahl entstand durch die Konzentration auf den Zeitraum von Mai 1944 bis Juli 1944. "Abgezogen" wurden Tote auf dem Transport und ein gewisser Prozentsatz an Häftlingen, die noch durch Arbeit ausgebeutet wurden und nicht gleich nach der Ankunft in den Gaskammern ermordet wurden. "Peinlich, die Rechnerei", bedauert Staatsanwalt Gerhard Heindl. Behördenchef Schäfer: "Aber da hilft nichts: Man braucht eine Zahl." Auch im aktuellen Verfahren gegen SS-Mann Oskar Gröning in Lüneburg hat sich die Staatsanwaltschaft auf die sogenannte "Ungarn-Aktion" beschränkt.
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