Bunte Vielfalt das Ziel

Im Gründeich entlang des Teufelsgrabens soll in den nächsten Jahren im Zuge eines Naturschutzprojekts neuer Lebensraum für Tiere und Pflanzen entstehen. Auch der Freizeitwert soll dadurch steigen - und so Wanderer und Erholungssuchende anlocken. Momentan ist dies angesichts umfangreicher Baumfällungen noch schwer vorstellbar - "aber die Natur arbeitet schnell", erklärt Revierleiter Alwin Rupprecht. Bild: edo

Ein bemerkenswertes Projekt zum Erhalt der Biodiversität soll Nachahmer animieren. Beabsichtigt ist, nahe Oberbibrach Lebensgrundlage für vielfältige Flora und Fauna zu schaffen - auch zum Wohle der Menschen.

"Einen Beitrag für den Erhalt der Artenvielfalt", nennt Forstbetriebsleiter Frank Pirner das neue Naturschutzprojekt des Forstbetriebs Pegnitz im Speinsharter Forst, genauer in einem kleinen Waldstück in der Nähe von Oberbibrach. Es besitzt überregionalen Vorbildcharakter, denn es setzt auf die Vernetzung von Bach, Teichen und blütenreichen Trockenstandorten.

Entlang des Teufelsgrabens zwischen Oberbibrach und Ramlesreuth wird auf einer Länge von knapp zwei Kilometern der Bachlauf renaturiert, zudem weichen die Fichtenmonokulturen einem Erlenwald, der dort ursprünglichen Baumart.

Offene Waldsäume

Gleichzeitig werden entlang der angrenzenden Wege offene Waldsäume geschaffen, die ein Blütenangebot für Insekten wie Tagfalter, Hummeln und Wildbienen bieten. Aber nicht nur die Natur wird von den Maßnahmen profitieren, auch der Freizeitwert soll steigen - bunte Wegsäume laden eher zur Erholung ein als dunkle Fichtenforste.

Bis es soweit ist, wartet noch einige Arbeit auf die Männer vom Pegnitzer Forstbetrieb. "Auf der Projekt-Strecke müssen die Fichten entnommen werden", erläutert der zuständige Revierleiter Alwin Rupprecht. Außerdem werden entlang des Bachlaufs kleine Tümpel angelegt, die in Zukunft Frösche, Kröten und Libellen als Lebensraum dienen sollen.

"Diese Veränderungen im Landschaftsbild mögen auf den Besucher zunächst etwas befremdlich wirken, wird dadurch doch deutlich der Charakter des Gebiets verändert", merkt Rupprecht an. Denn die gewohnten Nadelwälder verschwinden allmählich, bevor die Laubhölzer sich ausbreiten, entsteht zunächst eine kahle Freifläche.

Natur arbeitet schnell

"Natürlich ist der Anblick in den ersten Monaten gewöhnungsbedürftig", bittet der Revierleiter daher um Geduld. Aber die Natur arbeitete sehr schnell, und schon im nächsten Jahr sollten sich Wanderer über eine bunte Vielfalt an Schmetterlingen und Hummeln, aber auch über Libellen und bedrohte Vogelarten wie Gebirgsstelze und Eisvogel am natürlichen Bachlauf freuen können.

Doch damit ist das Projekt noch nicht abgeschlossen: So sind anschließend noch eine kleine Streuobstwiese am Wegrand sowie eine naturnahe Gestaltung der Teiche geplant. In diesen sollen sich dann auch selten gewordene heimische Fischarten, wie Moderlieschen, Karausche oder Stichling, tummeln.

"Derartige Projekte stehen für Nachhaltigkeit in der Waldbewirtschaftung", ergänzt Betriebsleiter Frank Pirner "Denn nicht allein der wirtschaftliche Wert eines Waldes, sondern auch Naturschutz und der Erholungswert werden bei den Staatsforsten sehr ernst genommen."
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