Burgherr aus Zessau

Der Learning Campus wächst: Der Zessauer Verein übernimmt die Trägerschaft der Burg Hohenberg. Die Jugendherberge schloss im November aus wirtschaftlichen Gründen. Neues Konzept und politische Hilfe sollen frischen Wind bringen.

Seit 16. November war die Burg Hohenberg geschlossen, mit Zessauer Unterstützung soll bald wieder Leben einkehren. Nach fast 60-jähriger Trägerschaft durch die Stiftung Sudetendeutsches Sozial- und Bildungswerk stellt nun der Verein VEZ/Learning Campus um den Zessauer Stephan Müller die Burgbesatzung. Der VEZ war bereits Kooperationspartner der Stiftung auf der Burg.

Derzeit ist die Burg nur zum Teil nutzbar. Müller setzt nun auf den Eigentümer: Der Freistaat Bayern soll die 800 Jahre alte Burg sanieren und so den Vollbetrieb wieder ermöglichen. "Parallel dazu wollen wir den Teilbetrieb mit 37 Betten in der Vorburg ohne weitere Unterbrechung ermöglichen", so Stephan Müller. Ein neues Konzept sieht Tagesseminare und auch Veranstaltungen mit Übernachtungsgästen vor.

Unterstützung habe der Verein von CSU-Landtagsabgeordnetem Martin Schöffel erhalten, so Müller. Der Politiker habe auch künftige Unterstützung zugesagt. Die Entscheidung für den VEZ fiel nach Gesprächen mit Staatssekretär Gerhard Eck und Saskia Wagner von den Immobilien Freistaat Bayern. Eck habe versichert, dass der Freistaat alles für einen erfolgreichen Neustart tun werde, so Müller. Mit Hohenbergs Bürgermeister Jürgen Hoffmann und dem Förderverein Lebens- und Wirtschaftsraum Fichtelgebirge, allen voran Sybille Kießling, waren weitere regionale Motivatoren an Bord.

Gerade die Unterstützung aus der Region war Müller wichtig: "Wir waren mit Learning Campus schon lange vor Ort. Die Burg liegt uns sehr am Herzen, gerade weil es ein wichtiger und verbindender Lernort für die Region rund um das Fichtelgebirge ist", so Müller, der selbst im Vorstand des Fördervereins Fichtelgebirge sitzt. Für zwei Jahre ist die Trägerschaft durch den VEZ gesichert. Die Burg bleibt weiter Eigentum des Freistaats. Vor Ort sorgt Kastellanin Katharina Hupfer für die Übergabe vom alten zum neuen Träger sorgen.

Die Stiftung Sudetendeutsches Sozial- und Bildungswerk hat das Ende des Beherbungsbetriebs im November verkündet. Zur Begründung verwies die Stiftung auf die Weigerung des Freistaats, einen Teil des Defizits der Jugendherberge zu übernehmen. Das Defizit sei entstanden, weil die Burg nicht voll nutzbar ist. Die Sanierung bezifferte die Stiftung auf 2 bis 4 Millionen Euro. Auch diese Kosten wollte der Freistaat nicht tragen.
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