BVB-Trainer entscheidet T-Frage

Roman Weidenfeller, Hendrik Bonmann und Roman Bürki (von links) sind die drei Torhüter bei Borussia Dortmund. Trainer Thomas Tuchel will noch vor dem Liga-Start die T-Frage entscheiden. Als Nummer eins kommen allerdings nur Weidenfeller und Bürki in Frage. Bild: dpa

Für Thomas Tuchel ist die erste Etappe als Trainer von Borussia Dortmund beendet. Mit drei Siegen in drei Pflichtspielen ist er voll im Soll. Nun kommt zum Bundesliga-Start Borussia Mönchengladbach. Bis dahin will er die Torwart-Frage geklärt haben.

Nachdem der erste Erfolgshunger gestillt war, gönnte sich Thomas Tuchel ein Paar Wiener fürs leibliche Wohl. Mit dem Imbiss nach dem 2:0 im DFB-Pokal am Sonntag beim Chemnitzer FC war für den schlaksigen 41-Jährigen Phase eins als Trainer von Borussia Dortmund mit drei Siegen in beiden Europa-League-Spielen und dem Cup-Auftakt erledigt. Nun will Tuchel auch die viel diskutierte Frage klären, ob Roman Bürki oder Roman Weidenfaller als Nummer 1 das Tor hütet. Vor dem Start in der Fußball-Bundesliga am Samstag gegen Borussia Mönchengladbach sind Tuchel und sein Team voll im Soll. "Das war sehr wichtig. Wir lernen uns immer noch kennen in Wettkampfsituationen, in Drucksituationen. Da hilft es, Siege in Pflichtspielen aneinanderzureihen", bilanzierte der Coach.

In den verbleibenden Tagen bis dem Meisterschaftsbeginn muss Tuchel die knifflige T-Personalie zwischen dem vom SC Freiburg gekommenen Bürki und Weltmeister Weidenfeller klären. Der Trainer kündigte eine Entscheidung im Laufe der Woche an. Als denkbar gilt, dass Bürki in der Bundesliga im Tor steht, Weidenfeller dafür in der Europa-League und im DFB-Pokal. Einen Wechsel von Spiel zu Spiel in der Bundesliga schloss Tuchel aus: "Natürlich brauchen die Torhüter eine gewissen Sicherheit. Das ist eine sensible Position." Der 24-jährige Schweizer Bürki beteuerte, noch im Unklaren zu sein: "Ich weiß gar nichts." Während sich Mats Hummels auf das Borussen-Duell am Samstag freut, tüftelt Tuchel an den Details in seiner Mannschaft. "Das wird ein riesiges Spiel. Gladbach hat sich zu einem Top-Team in Deutschland entwickelt", meinte der Kapitän. Doch auch ihm ist aufgefallen, dass noch nicht alles rund und nach den Vorstellungen des Trainers läuft. "Bis das Ganze automatisch abläuft, bis es in Fleisch und Blut übergegangen ist, dauert es noch ein bisschen", gab er zu. Dem Trainer liegen derzeit besonders zwei Dinge am Herzen: Die Chancenverwertung und die Weiterentwicklung. Sein Team sei in der Lage, selbst gegen defensive Gegner Tormöglichkeiten herauszukombinieren, doch dann fehle das letzte Quäntchen. "Wir sind gerade auf der Spur, die Sinne zu schärfen für die Klarheit des allerletzten Kontaktes, für die Überzeugung, den Ball auch über die Linie zu drücken", sagte Tuchel, "deswegen suchen ja auch alle diese Torjäger. Die ticken noch mal ein bisschen anders".

Die drei Pflichtspielsiege mit acht Treffern und ohne Gegentor erleichtern die Aufgabe für Tuchel. "Da können wir einfach gut wieder miteinander arbeiten. Man ist offener für Kritik, offener für eine Weiterentwicklung im Spiel, während wir gewinnen", erläuterte er. Das Ziel schließlich sei, ein ans Münchner "Mia san mia" angelehntes Selbstverständnis zu entwickeln: "Wir wollen diesen Geist beibehalten, dass unser eigener Anspruch der höchste an uns ist."
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