Caterer statt fester Pächter

Küche und Gasträume sind saniert, doch es ist ab November niemand da, der den Kochlöffel schwingt und die Vereinsräume in der Landgraf-Ulrich-Halle bewirtschaftet. Nun denkt die Stadt über eine Catering-Lösung nach.

Pfreimd. (cv) Die Verpachtung der Räume liegt den Stadträten im Magen. Katrin Zapf hatte das Thema in der letzten Stadtratssitzung kurz gestreift. Die M-Schüler hatten die Räume bei der Abschlussfeier schwer vermisst. Nichtöffentlich diskutierte der Stadtrat die Thematik, die "noch viele Fragen aufwirft", so Bürgermeister Richard Tischler auf NT-Nachfrage.

Teure Sanierung

Die Vereinsräume der Landgraf-Ulrich-Halle waren dank Hannelore Holzgartner viele Jahre ein Aushängeschild für gepflegte Gastlichkeit. Als Ende Mai 2013 die Ära Holzgartner zu Ende ging, war der Stadt klar, dass die Nachfolgersuche nicht einfach werden wird - obwohl die baulichen Voraussetzungen gut waren. Nach rund 40 Jahren hatten die Räume eine Generalsanierung nötig. Den Pächterwechsel nahm die Stadt zum Anlass, um die Räumlichkeiten, Küche und Brandschutz zu erneuern. Die Baukosten inklusive umfangreicher Unterhaltungsmaßnahmen beliefen sich auf rund 450 000 Euro

Dann übernahmen Ende des Vorjahres Brigitte und Martin Schreglmann die Bewirtschaftung. Die Erleichterung, wieder Pächter zu haben, war nicht von langer Dauer. Das Paar beendet ihr Pachtverhältnis zum 31. Oktober. Die Verpachtung wurde daraufhin von der Stadt erneut ausgeschrieben, doch die Resonanz hielt sich in Grenzen. Niemand zeigte ernsthaftes Interesse, berichtet Bürgermeister Tischler.

Man wird wohl den selben Weg wie beim Turmmaurerturm beschreiten: Vereinsräume und Kegelbahn sollen anlassbezogen gegen eine Gebühr vermietet werden. In das Konzept soll ein Caterer einbezogen werden. Und hier beginnen schon die Fragen: Soll das ein Partyservice sein, mit dem die Stadt zusammenarbeitet oder darf sich jeder seinen "eigenen" Caterer wählen? Bei einem festen Bewirter gibt es weniger "Reibungsverluste", so Tischler. Dem müsse von seiten der Stadt nicht jedes mal erklärt werden, "wo was ist". Andererseits könne man jemandem bei einer Feier schlecht den Bewirter vorschreiben. Da gebe es ja oftmals gewachsene, wirtschaftlich vorteilhafte Verbindungen.

Die Gebührenfrage

Schwer zu fassen sind die Benutzungsgebühren: Was soll verlangt werden, wenn jemand nur den Kaffeeautomaten und Geschirr benötigt, ein anderer das ganze Küchen-Equipment nützt? Wie kann es laufen, wenn Benutzer der Räume und der Kegelbahn nur Getränke brauchen? Man sieht schon an den wenigen Beispielen, wie knifflig die "anlassbezogene Vermietung" ist. Doch es wird momentan die einzige Variante sein.

"Wirt will keiner machen", bringt Tischer ein nicht pfreimd-spezifisches Problem auf den Punkt. Er hegt die Hoffnung, dass sich aus der Zusammenarbeit mit einem Caterer eventuell ein späteres Pachtverhältnis heraus kristallisieren könnte und "jemand den Sprung in die Selbstständigkeit wagt".
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