Chor vom Wartburg-College unterbricht Tournee für umjubelten Auftritt in Flossenbürg
Musik wie vom anderen Stern

Flossenbürg. (nm) "Freuen wir uns auf einen schönen Abend", eröffnete Pfarrer Herbert Sörgel das Konzert mit den "Castle-Singers". Der Wunsch ging für die 50 Gäste in der evangelischen Pankratiuskirche in Erfüllung. 16 junge Leute vom Wartburg-College in Waverly (Iowa, USA) faszinierten mit ihren Gesangskünsten.

Die Vorschusslorbeeren hatten sich die Studenten vor Kurzem verdient. Sie erfüllten Erwartungen und boten Kunst auf einem hoch angesiedelten Niveau. Unter der Leitung von Dr. Nicki Bakko Toliver präsentierte sich eine perfekt aufeinander eingestimmte Gemeinschaft, ohne dass bei den Soloeinlagen das Einzelkönnen zu kurz kam. Auffallend und regelrecht zu spüren war zudem Begeisterung. Da wurde nicht ein Programm abgespult, sondern Musik zelebriert.

Leise und eindringliche Sphärenklänge wechselten mit lauten Passagen und mit viel Rhythmus. Ein regelrechter Klangraum entstand gleich zu Beginn, als sich der Chor teilte. Auf der Empore und vor dem Altar wurde "Verbum caro factum est" angestimmt, ein in Töne gefasster Lobpreis Gottes von Hans Leo Hassler. Mit "Haec dies" oder "Il est bel et bon" gab es weitere Kompositionen aus dem 16. beziehungsweise 17. Jahrhundert.

Es blieb nicht bei der Musik aus uralten Zeiten. Mitgebracht hatten die Studenten für die eineinhalb Stunden genauso aktuellere Beiträge, bis hin zu "In My Life" von John Lennon und Paul McCartney. Auf dem Programm stand darüber hinaus ein Gospel. "Go Tell It on the Mountain" brachte viel Schwung in das Gotteshaus. Einen faszinierenden Vortrag mit überraschenden Ideen und Variationen bescherte der Song "Africa".

Das Publikum war begeistert und entließ den Chor nicht ohne mehrere Zugaben. Ein kaum enden wollender und tosender Beifall setzte den Schlusspunkt unter einen Abend mit ganz großer Kunst. Aufgereiht an der Kirchentüre verabschiedeten sich die jungen Leute persönlich von den Zuhörern, bevor es zum Nachtquartier in der Gaismühle ging.

Bewegende Momente hatte es für sie bereits während des Tages gegeben. In der KZ-Gedenkstätte informierten sie sich über die Geschichte der Zeit von 1938 bis 1945. Von Flossenbürg aus ging es weiter nach Eisenach mit der Wartburg - von ihr hat das College seinen Namen - nach Nürnberg und nach Berlin.
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