Chorherren, nicht Mönche

In seinem Vortrag ging Pfarrer Hans Josef Bösl auch auf die Wesenszüge des Prämonstratenserordens ein. Als "Kurienorden" sei dieser eine Gemeinschaft von Priestern mit Ordensgelübde auf der Basis einer Ordensregel, die der heilige Augustinus für sein Priesterkloster im nordafrikanischen Hippo Regius verfasst hatte.

Damit unterscheide er sich fundamental von den Mönchsorden, die aus theologisch gebildeten Laien bestünden und deren Grundordnung meist die benediktinische Ordensregel sei: "Man sollte deshalb nicht von Prämonstratenser-'Mönchen' sprechen, sondern von 'Chorherren'." Diese seien streng genommen nicht Mitglieder des Ordens, sondern einer Abtei, in deren "Kanon" (Priesterverzeichnis) sie eingeschrieben würden. Deshalb spreche man auch von "Kanonikern", erläuterte der Referent.

Die Prämonstratenser seien 1120 im französischen Prémontré als "Reformzweig" aus der Gemeinschaft der Augustiner-Chorherren hervorgegangen. Sie würden nach ihrem Gründer Norbert von Xanten auch "Norbertiner" genannt und hätten sich zum bedeutendsten Seelsorge-Orden des Mittelalters entwickelt. "Die Chorherrenabteien waren von Priestergemeinschaften getragene seelsorgliche Zentren für ein bestimmtes Gebiet: Speinshart ab 1145 für die Nordoberpfalz und das angrenzende fränkische Gebiet, Tepl nach 1193 für Westböhmen." (bjp)
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