Christel Heidenreich folgt den Spuren ihres Cousins Yigael Meyer nach Floß
Glasfenster aus Israel begeistern

Tief beeindruckt von den kunstvoll gestalteten Glasfenstern von Yigael Meyer zeigten sich Frank und Christel Heidenreich (von links) bei ihrem Besuch in Floß. Fred Lehner berichtete ausführlich über die Geschichte der jüdischen Gemeinde im Markt und wie es zum Einbau der Fenster gekommen war. Bild: le
Floß. (le) Eine E-Mail aus Nürnberg an Bürgermeister a. D. Fred Lehner hatte den Besuch eingeleitet. Jetzt war Christel Heidenreich, geborene Meyer, älteste Tochter des früheren Ehrenbürgers Dr. Alexander Meyer, vor Ort. Gemeinsam mit ihrem Ehemann Frank wollte sie unbedingt die in der Synagoge eingebauten Glasfenster ihres Cousins, des Künstlers Yigael Meyer aus Nahariya/Israel sehen. Vermittelt hatte die Kontaktaufnahme der Vetter des Ehrenbürgers, Andreas Meyer aus Nahariya.

Zu der Besichtigung hatten Christel und Frank Heidenreich das befreundete Ehepaar Gisela und Dieter Schultze mitgebracht. Der Wissensdurst der Gäste war groß. Zudem stand noch eine Besichtigung der KZ-Gedenkstätte Flossenbürg auf dem Programm. Fred Lehner erläuterte die Geschichte der früheren jüdischen Gemeinde im Markt von der ersten Ansiedlung im Jahre 1684 bis zur Deportation der letzten beiden jüdischen Familien, den Eheleuten Karolina und Hugo Wilmersdörfer sowie Paula und Ernst Ansbacher im April l942. Er schilderte aber auch die Ereignisse der Nachkriegszeit bis zur Gegenwart. Während seiner Amtszeit als Bürgermeister war die Synagoge saniert worden.Am 9. November 1980 wurde sie wieder eingeweiht. "Ein wahres Zeichen von Wiedergutmachung, des gegenseitigen Respekts und der Toleranz", so Lehner.

Beim Besuch von Andreas Meyer und dessen Ehefrau l980 in Floß stand für beide Seiten fest: Das im Jahre 1817 eingeweihte klassizistische Kunstdenkmal sollte noch eine Bereicherung erfahren. Die neun Fenster des Untergeschosses sollten farbiges Glas aus Nahariya erhalten. Der Künstler Yigeal Meyer war schnell überzeugt. Es gab Schwierigkeiten mit dem Landesamt für Denkmalpflege und Zollbestimmungen. Doch seit November 1984 begeistern die farbigen Glasscheiben mit herbräischen Schriftzeichen die Besucher.
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