"Conny und die Sonntagsfahrer" erinnern an "Mandolinen im Mondschein" und "Zwei kleine ...
Zeitreise in die 50er Jahre

Was so ein Handy alles kann! Aus Langeweile drückt der erfolglose Bassist und Straßenmusiker Freddy (Steffen Zünkeler) aus Berlin die App "Reise in die 50er Jahre" - und landet tatsächlich in der Vergangenheit, in der Zeit des Wirtschaftswunders.

Sängerin Conny (Eva Petzenhauser) und ihre Musiker Peter (Rainer Heindl, Gitarre) und Alexander (Thomas Stoiber, Akkordeon) verpflichten ihn prompt als Bassisten für einen Fernsehauftritt im Palast-Hotel in San Remo. Spaßig und voller Überraschungen gestaltet sich dieses Aufeinandertreffen der Jahre 1959 und 2015, nicht nur was den unterschiedlichen Kleidungsstil angeht. Die Zuschauer am Schafferhof fühlten sich plötzlich in die Zeit von Petticoat, Nierentisch, Vespa und VW-Käfer zurückversetzt.

Als Gage 20 Mark

"Ein Handy? Was ist das?", fragten die drei Sonntagsfahrer und lachten sich schief, als Freddy behauptet, das wäre ein Telefon. "Ein Telefon! Ohne Schnur!?", prusten sie los. Und leider auch ohne Netz, denn das gab es damals noch nicht. Und so machten sich die vier mit einem "funkelnagelneuen" Auto auf die Reise nach Italien: einem DKW Junior Baujahr 1958, auf der Bühne dargestellt durch vier Stühle und ein Lenkrad. Was der freche Realist Freddy ebenso sarkastisch berlinernd kommentierte. Um sich in Italien "schnieke" zu machen, geht er erst einmal "einkoofen", mit 3000 Lire. Und bekommt dafür tatsächlich ein neues Outfit. So wie die Gage für den Auftritt im Palast Hotel, 20 Mark für jeden, erstaunlich viel Kaufkraft hat, was Freddy gar nicht recht glauben will, "Det sinn ja nur 10 Euro!" Euro? Was ist das? Schick gemacht konnte die Fernsehübertragung starten. Für welchen Sender? "Ich weiß nicht, einen der drei halt!", entgegnet Conny.

Traumhaft waren die Melodien, die das Quartett dabei hatte. "Aber nachts in der Bar" von Bibi Johns über die brave Sekretärin aus der Bürgermeisterei, "Der weiße Mond von Maratonga", "Sugar, sugar Baby" oder "Für Gabi tu ich alles", gemischt mit viel "dubadubada" und Schmalz.

Publikum singt mit

Das Publikum stammte jahrgangsmäßig zum großen Teil ebenfalls aus den 50er Jahren und kannte die Gassenhauer und Schlager, die von der Bühne schallten. Nicht nur das, sie bildeten einen riesigen "Background-Chor", weil sie jede Textzeile mitsangen. "Eventuell, eventuell" mit viel "lalalala" und "Ich weiß was, ich weiß was, ich weiß was dir fehlt", das der charmante Peter seiner Conny ins Ohr sang.

Dabei breitete sich beste Laune in den Stuhlreihen aus, alle grinsten bei den leichten, beschwingten Nachkriegsmelodien, die auch heute noch funktionieren. Viel Sehnsucht schwingt darin mit, besonders nach Italien, dem Land der Sonne und des Meers, wohin damals viele Deutsche in de Urlaub aufbrachen.

"Mille, mille Baci für dich", "Zwei kleine Italiener" oder "Mandolinen und Mondschein" sind die Produkte dieser Sehnsucht. Und natürlich der Titel des Programms: "Komm ein bisschen mit nach Italien" von Caterina Valente. Der Andrang am CD-Stand war die Antwort auf die sehr erfrischende Darbietung.
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