CSU im Nebenzimmer nicht vor Bruder Barnabas' Sticheleien gefeit
Voll derbleckt

Bruder Barnabas alias Rainer Fischer schlug bei der SPD-Versammlung mit Worten um sich und nahm Politiker auf die Schippe. Bild: den
Deftig war nicht nur die hausgemachte Kartoffelsuppe von Wirtin Maria Käß, sondern auch, was Rainer Fischer zu sagen hatte. Abordnungen nahezu aller SPD-Ortsvereine des Landkreises füllten den Saal der Zoiglstube "Zum Rechersimer" bei der politischen Sitzweil des SPD-Kreisverbandes. Der Kreisvorsitzende und Kreis-Fraktionssprecher aus Waldsassen schlüpfte in die Rolle des Fastenpredigers.

Nach beschwingten Klängen von Thomas Kiesling (Klarinette, Saxofon) und Wolfgang Lell (Akkordeon) trat Rainer Fischer als Bruder Barnabas in Aktion. Natürlich blieb in seinen Reimen nicht unerwähnt, dass sich die CSU im Nachbarraum bei der Josefi-Feier Rindfleisch mit Kren auftischen ließ. Dazu reimte er: "Pflegt ihr nicht mal zur Fastenzeit Konsumverzicht, Bescheidenheit? Dort wo heut' wahre Christen sind, gibt's Suppe - und nicht Fleisch vom Rind."

Der Mindestlohn, das neue Buch von Peer Steinbrück, die Verwandtenaffäre von Georg Schmid, Attrappen als Bordkanonen bei der Bundeswehr, die Modellautoaffäre der Haderthauers, die Griechenland-Krise und nicht zuletzt die von Minister Söder verkündete Behördenverlagerung (Kasten) beleuchtete er in Versform.

Stellvertretender Kreisvorsitzender Uli Roth gab einen kurzen Bericht zur Arbeit der SPD-Kreistagsfraktion ab. Er hob insbesondere die Besuche bei Siemens Health Care in Kemnath, den Gemeindebesuch in Ebnath, den Info-Besuch am Freizeithugl in Großbüchlberg und die jüngst erfolgte Zusammenkunft mit der Wunsiedler SPD-Kreistagsfraktion hervor. Hier sei es gemeinsames Ziel, über den Verkehrsverbund des VGN eine bessere wechselseitige Anbindung der Region an die Metropolregion Nürnberg zu erreichen.

Er bat die Ortsvereine, beim Werben um Neumitglieder nicht nachzulassen. Nicht zuletzt ließen viele aktuelle bundespolitische Themen wie Mindestlohn oder abschlagsfreie Rente nach 45 Beitragsjahren eine klare SPD-Handschrift erkennen.

Sebastian Roloff aus Regensburg, langjähriger Juso-Bezirksvorsitzender und derzeit IG-Metall-Jurist, meinte, dass es besser gelingen müsse, die bundespolitischen Erfolge der SPD auch in Wählerstimmen umzumünzen. Hier habe die Partei noch ein Defizit. Zum Dank und Abschluss überreichten Kreisrätin Brigitte Scharf und Uli Roth Fastenprediger Rainer Fischer einen frühlingshaften Blumengruß und ein "rotes Getränk".
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.