CSU-Stadtrat ärgert sich wegen Parküberwachung und Reisner-Beerdigung
Appl sauer auf den Bürgermeister

Die Fragestunde des Stadtrates nutzte Herbert Appl (CSU), um seinem Unmut über Bürgermeister Joachim Neuß (FW) Luft zu machen: "Ich bin es leid, an der Nase herumgeführt zu werden, gutes Miteinander sieht anders aus."

Drei Punkte legte Appl dar, die ihn zu dieser Aussage animiert hätten. Der erste: das neue Begrüßungsgeschenk, das Neugeborene erhalten. Nach vielen Versuchen und Anträgen der Frauen-Union, Begrüßungsgeld einzuführen, sei nun endlich ein Geschenk entwickelt worden. Neugeborene bekommen ein Paket im Wert von 70 Euro - mit Lätzchen, Handtuch, Kuscheltier und sechs Müllsäcken für Windelabfall. Lätzchen und Badetuch sind mit dem Logo der Stadt und dem Namen des Kindes bestickt. "Warum wurde der Stadtrat hier nicht informiert?", fragte Appl.

Ihn ärgere zudem, dass der Vertrag mit Pegnitz zur Parküberwachung vom Dezember nun anscheinend doch nicht zum Tragen komme: "Ich habe damals bereits gesagt, dies sei mit heißer Nadel gestrickt. Geschehen ist bis heute nichts!" Der dritte Punkt betraf die Beerdigung von Richard Reisner im Dezember. Damals habe Neuß ihn gefragt, was er davon halte, hier eine Grabrede zu halten und damit gegen ein Stadtratsvotum zu verstoßen. Da war nämlich beschlossen worden, bei ehemaligen Stadträten keine Reden am Grab zu halten. "Zum Glück haben Sie es sich anders überlegt, aber wo ist der Punkt auf der Tagesordnung? Sie wollten bereits im Januar darüber neu abstimmen lassen, was nicht passiert ist. Jetzt steht der Punkt wieder nicht auf der Tagesordnung." Appl wollte nicht weiter "für dumm verkauft" werden. Neuß blieb ruhig und erklärte: "Ich führe niemanden an der Nase herum, es gibt einen Ermächtigungsspielraum, so dass wir Dinge wie etwa das Begrüßungsgeschenk durchaus ohne Stadtratsbeschluss in Angriff nehmen können. Im Übrigen waren wir uns einig im Gremium, dass ein Begrüßungsgeld nicht unbedingt dem Kind zugute kommt, die Geschenke dagegen auf die Neubürger abgestimmt sind."

Zur Parküberwachung sagte Neuß, Appl wisse genau, dass der Vertrag an den mit der Verkehrsüberwachung Amberg angelehnt sei, der zehn Jahre gute Dienste geleistet habe. Mittlerweile gebe es Möglichkeiten einer effizienteren Parküberwachung, die in Ursensollen und Königstein zum Tragen komme. Man werde das Recht haben, dies in Auerbach zu prüfen.

Zur Reisner-Beerdigung meinte Neuß: "Es ist schon bedauerlich, dass Sie so ein Thema in der öffentlichen Sitzung ansprechen. Ich habe im Dezember mein Ansinnen geändert, das Recht habe ich. Außerdem habe ich mit jedem Fraktionsvorsitzenden gesprochen und dies abgestimmt. Haben wir nichts Wichtigeres zu tun, als über so etwas zu diskutieren?" Neuß abschließend: "Sie suchen etwas, was Sie mir am Zeug flicken wollen."
Weitere Beiträge zu den Themen: Auerbach (9489)Februar 2015 (7876)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.