CSU/ÜCW-Fraktion regt Autohof beim Industriegebiet am Stadtwald an - Kontroverse Diskussion im ...
"Gedanken machen, was möglich ist"

Kann im Zuge des Ausbaus der Spange Ost ein Autohof/Lkw-Rastplatz mit Tankstelle und einem Schnellrestaurant entstehen? Um Möglichkeiten der Umsetzung auszuloten, wünscht sich die CSU/ÜCW-Fraktion einen Planungsauftrag dazu. In seiner Sitzung befasste sich der Stadtrat eingehend mit der Idee. Teile der SPD-Fraktion interpretierten während der sehr rege geführten Aussprache in den Planungs- allerdings bereits einen Bauantrag hinein und sprachen gar von einem "Schaufenster-Antrag".

Marcus Gradl erläuterte bei seiner Vorstellung des Projekts, dass er sich dadurch die Schaffung neuer Arbeitsplätze und einen Beitrag zur Verkehrssicherheit erhoffe. Damit verbunden könnte die Ansiedlung eines Supermarktes und eines Drogeriemarktes beim Autohof sein.

Als Rastplatz beliebt

Gradl verwies darauf, dass der Schwerverkehr deutlich zunehmen werde. Angesichts der bevorstehenden Erweiterung des Industriegebiets am Stadtwald werde dies auch in Eschenbach der Fall sein. Bereits jetzt seien besonders an Wochenenden die Gossenstraße und die Straße Am Stadtwald als Rastplätze beliebt. Der Fraktionssprecher zeigte Pläne der Tank- und Rastanlage Friedenweiler-Rötenbach, die als Anhaltspunkt für eine mögliche Anlage in Eschenbach dienen könnte.

Zur Umsetzung regte er die Einbeziehung des Vorschlags in die Entwurfsplanung für die Erweiterung des Industriegebiets nördlich der Firma Elma an. Ergänzend dazu sollte die Stadt Fördergelder für Lkw-Stellplätze beantragen und potenzielle Investoren anschreiben. Gradl ergänzte seinen Planungsantrag mit Hinweisen auf den großen Abstand zu den nächstgelegenen Autobahnausfahrten Weiden und Pegnitz/Grafenwöhr und Autohöfen.

"Ein derartiges Vorhaben geht an der Realität zu 100 Prozent vorbei", hielt SPD-Sprecher Fritz Betzl dagegen. Er argumentierte damit, dass die Spange Ost noch nicht gebaut sei, sich die Anwohner über Lärmbelästigung "freuen" werden, eine derartige Anlage zum Verkehrswegeplan des Bundes gehöre und eine Gemeinde das Defizit an Autohöfen nicht beheben könne. Dafür sei das Staatliche Bauamt zuständig.

Zweifel äußerte er auch an der Schaffung von Arbeitsplätzen. Und er fragte: "Wer soll dies zusätzlich finanzieren?" Die Kommune mache für die Erweiterung des Industriegebiets bereits 1,5 Millionen Euro locker. Betzl befürchtete nicht zuletzt ein Herlocken des Schwerverkehrs, ein Bauernsterben und ein weiteres Ausbluten der Innenstadt.

Ein Mehr an Lärm

Für gut hielt sein Fraktionskollege Udo Müller, der auch das Fehlen eines Drogerie- oder Supermarkts bemängelte, die Idee Gradls. Bedenken meldete Franz Fuchs (SPD) wegen Flächenversiegelung, Waldvernichtung und einem vorprogrammierten Mehr an Lärm an. Positiv wertete er mögliche wirtschaftliche Synergieeffekte.

Matthias Haberberger, ein weiterer SPDler, gab zu bedenken, dass die Spange Ost nicht vor 2020 realisiert werde. Er schlug vor, das Vorhaben Autohof erst nach der Erweiterung des Industriegebiets anzugehen.

Als "grundsätzlich schönen Gedanken" bezeichnete zweiter Bürgermeister Karl Lorenz (FW) die Anregung Gradls. Er wandte jedoch ein, dass ein derartiges Vorhaben an einer Bundesstraße Angelegenheit des Bundes sei. Lorenz wertete das Vorhaben als "zur Zeit nicht vorstellbar". Es sei ohnehin nur durch das Unternehmen "Tank und Rast" realisierbar und "für uns als Gemeinde nicht schulterbar".

"Im Vordergrund steht ein Autohof", betonte dritter Bürgermeister Klaus Lehl (CSU). Im Zuge der Erweiterung des Industriegebietes und des Baues der Spange Ost hielt er es für sinnvoll, sich "Gedanken darüber zu machen und sich zu erkundigen, ob er integrierbar ist". Im Vorschlag Gradls sah er nur einen Anstoß dazu, "sich Gedanken zu machen, was möglich ist". Ein Planungsauftrag sollte daher "nicht rigoros vom Tisch" sein.

Bürgermeister Peter Lehr beendete die Aussprache mit der Ankündigung: "Wir werden den Vorschlag in die künftige Planung aufnehmen."
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