"D Schlöichta san scho Hund, bevor der Pfarrer nach Vilseck mouß, wird er schnell nu versteigert." Dieses Vorgehen rang sogar dem Bruder Barnabas alias Daniel Bömer-Schulte Anerkennung ab. Erstmals veranstaltete die Pfarrei Schlicht ein Bockbierfest, und das kam gut an.
Zwei, die den Pantoffel fürchten

(ct) Kein Platz war mehr frei im Saal des Gasthofs Christian Ströll, als der Kirchenchor Schlicht das Bockbierfest mit zwei Liedern eröffnete. Musikalisch umrahmt wurde es vom Rentner-Duo Hans Hufsky und Hans Reinhard. Seine Premiere beim Anzapfen des ersten Bierfasses meisterte Pfarrer Johannes Kiefmann bravourös, denn nach wenigen Schlägen schon konnte er verkünden:"Ozapft is!", und der dunkle Bock füllte die ersten Krüge, ohne dass ein Tropfen verloren ging.

WC = Wald-Church

Bürgermeister Hans-Martin Schertl stellte fest, "dass ein Ereignis das andere jagt, seit die Schlichter ihren jungen Pfarrer haben". Durch die neue Festlegung der Pfarreigrenzen sei er selbst nun Schlichter Pfarrangehöriger geworden. Aber wohl zum Ausgleich habe der Bischof den Geistlichen zum Vilsecker Stadtpfarrer gemacht.

Bruder Barnabas erzählte unter anderem vom Leid eines Geistlichen, der es keinem recht machen kann, und berichtete von einer Anfrage über ein Wasserklosett - abgekürzt WC. Da die örtlichen Geistlichen unter WC aber die "Wald-Church" in Schmalnohe verstanden, kam es zu sonderbaren Umschreibungen.

Schließlich verlas er ein Gefälligkeits-Gutachten der Pfarrei über ein seltenes Objekt, das zur Versteigerung anstehe: Größe nicht ganz 1,80 Meter, die Konstruktion eine herkömmliche Knochengerüst-Technik. Die Bausubstanz sei in einem guten Zustand, das Dach mit einigen braunen Plüschfasern eingedeckt. So angepriesen, war es für die Sigler Feuerwehrtruppe ein leichtes, die Gebote für den Schlichter Pfarrer einzusammeln.

Am Ende ging der Zuschlag an die Hammer Lisl aus Vilseck, die noch bemerkte: "Das Geld könnt ihr gern haben, wir haben dafür den Pfarrer." Die Sigler Feuerwehr konterte: "Einen Pfarrer kriegt man umsonst von Regensburg. Des hast wohl niat überrissen; da hamma de sauber b'schissen!" Der Erlös aus der Versteigerung und weitere Spenden sollten der Renovierung der Kapelle in Schmalnohe zugute kommen, tat Kirchenpfleger Hermann Klier kund und präsentierte eine Miniaturkirche aus Holz, in die die Spenden eingeworfen werden konnten.

Die Besucher wurden nicht nur mit Bier reichlich versorgt, sondern auch mit einem bunten Programm köstlich unterhalten. Hanni Schertl und Christa Ströll gaben den Text "Wos is wos?" zum Besten, gesungene Gstanzeln von Lisl und Hanni erklärten den Priestermangel auf dem Land, und Mitglieder des Pfarrgemeinderates spielten einen Witz, in dem der Mann die von Esel, Hund und Affen ausgeschlagenen zusätzlichen Jahre, aber auch die tierischen Eigenarten vom Herrgott übertragen bekommt.

Pfarrer als Pantoffelhelden

Die beiden Pfarrer Johannes Kiefmann und Lothar Kittelberger sowie Kirchenmusiker Roland Nitzbon klagten - ausgestattet mit Kopftüchern und Schürzen - über ihr Leid aus dem Ehealltag als Pantoffelhelden. Die Ministranten bereicherten den Abend mit dem gespielten Paulaner-Witz, bei dem die Bedienung Laura Singer türkische, russische und sogar arabische Bestellungen aufnehmen konnte, aber einen Sachsen partout nicht verstand.

Karl Trummer klagte sein Leid mit den Frauen - eine zu dürr, die andere zu dick -, so dass er beschloss, ins Kloster einzutreten, weshalb er auch gleich von Bruder Barnabas die Mönchskutte übergestülpt bekam. Aber auch der süffige Bock und die musikalische Unterhaltung trugen dazu bei, dass das Experiment Bockbierfest gelang.
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