Da zuckt es in den Füßen

Als Lokalmatadoren erfreuten die Musiker der Hammerbachtaler Blousn das Publikum unter anderem mit beschwingter Tanzlmusik. Bilder: ads (2)

Dass der Saal bereits seit Wochen ausverkauft war, spiegelt am besten die Erwartungen des Publikums an das Musikantentreffen in Freudenberg wider. Der Abend übertraf sie dann sogar noch.

"Es war ein Musikantentreffen auf Spitzen-Niveau vom Feinsten", waren sich alle Mitwirkenden sowie das Publikum einig. Bereits zum dritten Mal hatten die Blechernen Sait'n aus Schnaittenbach zum Abend mit hochkarätigen Gruppen der Volksmusikszene in den Dotzlersaal geladen.

Witziger Gillitzer

Gastgeber und Organisator Franz Gericke freute sich, dass der bekannte Mundartinterpret und Volksmusikpfleger Alois Gillitzer aus Niedermurach die Veranstaltung moderierte - mit einer angenehm sonoren Stimme, mit Witz und Charme. Seine Anekdoten zum Thema Pfarrer und Köchinnen waren köstlich.

Musikalisch ging es schwungvoll mit der Hammerbachtaler Blousn und ihrem "Gfäller Marsch" los. Als Lokalmatadoren glänzten die Musiker auf drei Trompeten, Bassflügelhorn, Akkordeon, Tenorhorn, Bariton und Bass mit beschwingter Tanzlmusik. Einen Höhepunkt setzten sie mit der anspruchsvollen "Mladost Polka". "Da zuckts einem in die Füß", lobte Alois Gillitzer die Blousn, die auch einen Rheinländer und Zwiefache präsentierte. Das sei "hervorragend gekonnte Blasmusik, die viel zu schade als Hintergrundmusik ist".

Hohen Unterhaltungswert hatten die "Gschichtn ausm Lebm" der Zwoa Schneidigen. Nicht nur mit ihren trockenen Witzen, sondern auch mit ihrer unverwechselbaren Spielweise auf Quetschn und Horn brillierten Christian Müller (Waldkirch) und Manfred Wild (Eslarn), als sie Lieder und Couplets zum Besten gaben. Der "kleine Ferdinand" und "Übers Paradies" sangen die Zuhörer sofort mit. Ihre Heimat an der Grenze kam bei der tschechischen Polka "Damenwahl" zum Vorschein.

Unterschätze Blockflöte

Das Saitenmusikquartett Leyher Stubenmusik zog die Zuhörer vom ersten Ton an in seinen Bann. Die virtuos aufspielende Blockflöte, kombiniert einmal mit Hackbrett, Harfe, Bass und einmal mit zwei Hackbrettern oder mit Harfe, Gitarre und Bass, das faszinierte das Publikum. Es staunte, welcher brillante weiche Klang aus der völlig unterschätzten Blockflöte kommen kann. Gekonnt wurden Polkas mit Blues vermischt und Moll-Akkorde mit traditioneller Saitenmusik.

Die Leyher Stubenmusik, das sind Spitzenmusiker, die in atemberaubender Geschwindigkeit einen Galopp über das Hackbrett und auf der Flöte zaubern können.

Die Blechernen Sait'n, also das Schnaittenbacher Ehepaar Franz und Ingrid Gericke mit dem Gitarristen Josef Donhauser, zeigten, wie gut sich eine virtuose Zither mit einer sanften Tuba verträgt. Das ist bei dem Ehepaar einmalig. Neben der Schnoittenbecka Polka von Michl Meißner und einem dreistimmigen Frühjahrslied von Willibald Reiß kamen wieder Gericke-typische Couplets aufs Tablett, wie "I hob an ganz an guatn Mo", "Hot Dog" oder "Der Online-Tick". Dabei werden bekannte Melodien mit lustigen eigenen Texten kombiniert - sehr zum Wohlgefallen des Publikums.

Gitarrist Josef Donhauser machte sich über die erotisierende Stimme der Dame im Navi seine Gedanken und löste dadurch Lachsalven aus. Franz Gericke brachte natürlich seine Louis-Armstrong-Stimme zum Einsatz und erfüllte damit die Wünsche treuer Zuhörer.

Tosenden Applaus gab es am Ende vom begeisterten Publikum. Das gemeinsame Lied "Wochenend und Sonnenschein" rundete den Abend ab, bevor die Gäste mit dem "Böhmischen Traum" von der Hammerbachtaler Blousn verabschiedet wurden.
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