Danke für das Verständnis
Im Blickpunkt

Tirschenreuth. (bz) So schnell wie möglich die Notunterkunft in der Turnhalle der Berufsschule in Wiesau wieder räumen will Landrat Wolfgang Lippert. "Ich kann nur nicht sagen, wann das der Fall sein wird", bedauerte der Landkreischef in der jüngsten Kreisausschusssitzung.

Schließlich war schon zum 1. Dezember die Schließung angedacht worden, hatte Lippert Schule und Bürgermeister und der wiederum die Vereine informiert. Dann kam die Nachricht aus Regensburg, dass Regierungspräsident Axel Bartelt ob der aktuellen Flüchtlingssituation sein Versprechen nicht halten könne. "Da mussten wir wieder zurückrudern."

Ausdrücklich bedankte sich Lippert beim Häusl-Club Leugas, der nun seinen "Oberpfälzer Superfasching" nicht wie gewohnt veranstalten kann. "Die Verantwortlichen haben viel Verständnis gezeigt." Der Landrat versprach, weiterhin nach Alternativen zu suchen. "Das ist aber sehr, sehr schwierig." Deshalb gehen die Überlegungen hin auch zu einer kreiseigenen Immobilie und zu einer Unterstützung durch die Kommunale Entwicklungs- und Wohnungsbaugesellschaft.

Dass die Notfallunterkunft in Wiesau kein Dauerzustand sein kann, verdeutlichte Bürgermeister Toni Dutz. "Wir brauchen Solidarität von allen", gab es einen Seitenhieb auf jene neun Gemeinden im Landkreis, die bislang noch keine Flüchtlinge aufgenommen haben.

Ein Phänomen nicht nur in Wiesau

Tirschenreuth. (bz) Das passiert immer wieder: Kaum sind Flüchtlinge in der Notunterkunft Wiesau angekommen, sind sie auch schon wieder verschwunden. Ein Phänomen, das sich vor allem im September gezeigt hat und nicht auf Wiesau beschränkt geblieben ist. Problem: Die Neuankömmlinge kamen damals direkt aus Passau und waren zu dem Zeitpunkt noch nicht registriert und nicht untersucht, weshalb Bürgermeister Toni Dutz die Dunkelziffer auf "Hunderttausende" hochrechnete.

Kein Reibach mit der Wohnungsnot

Tirschenreuth. (bz) Auch wenn Oberregierungsrätin Regina Kestel permanent auf Wohnungssuche ist, "Reibach mit der Unterbringung von Flüchtlingen" ist mit ihr und dem Tirschenreuther Landratsamt nicht zu machen,. Im Kreisausschuss berichtete die Juristin von Immobilienangeboten, die sich eine Miete von 14 Euro je Quadratmeter vorstellten. "Kalt auch noch."

Kestel erzählte auch von Offerten, die man dankend ablehnen müsse, weil sie einfach den Feuerschutzbestimmungen widersprächen. Ob man die angesichts der Not nicht etwas großzügiger auslegen könne, wollte der Kemnather Bürgermeister Werner Nickl wissen und führte als Beispiel ein Gebäude an, in dem früher eine Großfamilie gewohnt hat und das jetzt vom Landratsamt für Flüchtlinge als ungeeignet eingestuft worden ist. "Weil eine Großfamilie juristisch anders zu beurteilen ist als mehrere Flüchtlingsfamilien", klärte Regina Kestel auf. Grundsätzlich müsse für jede Wohneinheit ein zweiter Fluchtweg vorhanden sein. Und bevor es im wahrsten Sinne des Wortes brenzlig wird, klärt Kestel Probleme mit der Feuerwehr ab.
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