Daoud is' nicht gleich daoud
Farben und Steigerungen in der Mundart: bechschwoaz, grosgrej oder gruserlgölb

Grejcherln, kleiner als diese Früchte hier, haben einer Farbbezeichnung im Dialekt ihren Namen gegeben. Bei uns ist diese Pflaumenart selten geworden.
Unsere Sprache lebt vom Vergleich und bedient sich allgemein bekannter Bilder, meist aus der Natur oder dem persönlichen oder beruflichen Umfeld. Sprachliche Vergleiche nutzt sowohl die Hochsprache als auch der Dialekt. Bei Farbvergleichen kann jeder nachvollziehen: Etwas ist grosgrej, himmelblau, kohlschwoaz. Auch in der Geschmacksbeschreibung wird der Vergleich herangezogen: zuckersüß oder gallbitter.

Aus der Mode

Bei manchen Vergleichen wird es schon schwierig, den Hintergrund zu erkennen: bechschwoaz etwa. Wo wird heute noch Pech als Klebemittel verwendet? Oder jemand läuft "grejcherlblau" an. Die "Grejcherl", eine früher häufig verbreitete Steinobstsorte von meist dunkelblauer Färbung, ist heute sehr selten geworden und wird in unseren Obstgärten nicht kultiviert. Man findet sie mit viel Glück vielleicht noch an Feldrainen oder auf Brachflächen.

Auf die Haut bezogen

Schmeller erwähnt die "Kriechen" als "eine Art Pflaume". In seinem Wörterbuch zitiert er dazu den mittelalterlichen Naturforscher Konrad von Megenberg, der die "Kriechen" bereits in verschiedenen Farben kannte. Schmeller ist der Begriff "kriechen- oder kriechelblau" ebenfalls bekannt und er bezieht ihn auf die menschliche Haut, die durch Frost oder Erstickung blau anläuft. Auch die Farbbezeichnung "grusgölb" oder "gruserlgölb" ist heute kaum mehr geläufig. Schmeller führt die Herkunft auf das Wort "Grusel" zurück, als eine nicht mehr gebräuchliche Bezeichnung für "Gänschen". Manchmal hört man daher auch noch das Wort "wuserlgölb", wobei das "Wuserl" im Oberpfälzischen die Bezeichnung für die junge Gans ist. Man rief die kleinen "Ganserl" oft auch mit den Rufen "wus, wus" .

Im Tschechischen schreit man nach den kleinen Gänsen übrigens mit "hus, hus", wobei "Hus" auf Tschechisch "die Gans" bezeichnet. Der Reformator Jan Hus hieß demnach eigentlich Hans Gans. Einen nicht ganz ernst gemeinten Vergleich, ebenfalls aus dem Tierreich, verwendete ein Bekannter, als er fragte, was denn die Steigerung von "tot" wäre? "Daoud, mausdaoud, mausdräckldaoud". (hw)

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Die Serie im Internet:

http://www.oberpfalznetz.de/dialekt
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