Das Alter nicht leugnen

Als kleines Mädchen war ihre Tochter "ganz vernarrt" in den intensiven Duft der Holunderblüte. Von der Pflanze ließ sich dann auch Elisabeth Zintl inspirieren. Die Begeisterung der Waldeckerin ging soweit, dass sie ihre Hollerhöfe danach benannt hat. Diese setzen architektonisch eine Duftmarke.

Waldeck. (luk) Die beiden Anwesen am Oberen Markt 5 und 7 mit einer Nutzfläche von 470 Quadratmetern ließ Elisabeth Zintl unter Denkmalschutzaspekten sanieren. Die zuvor leerstehenden Gebäude im Ortskern, das Schreiber- und das Schusterhaus aus dem 18. Jahrhundert beherbergen nun zehn Hotelappartements.

Die im Oktober 2014 abgeschlossene Maßnahme stellt Architektin Sabine Unglaub aus Wunsiedel am Samstag, 27. Juni, ab 9.30 Uhr bei den "Architektouren" der Bayerischen Architektenkammer vor. Ihre Aufgabe war es, den historischen Grundriss mit dem durchgängigen Hausflur zu rekonstruieren und gleichzeitig für eine zeitgemäße Nutzung als Hotel zu sorgen. Alters- und Gebrauchsspuren sollten "ablesbar bleiben".

So ist im Schreiberhaus auch nach dem Einbau der Gästezimmer der Dachstuhl (Kehlbalkendach) weiterhin sichtbar. Ebenso erhalten blieben die vorhandenen, jedoch überarbeiteten historischen Türblätter. In der Rauchkuchl legten Arbeiter die Rußdecke frei, so dass die ehemalige Nutzung noch erkennbar ist. Erhalten blieben außerdem der barocke Kaminzug, der sich mit mehreren Vorzügen durch das ganze Gebäude schlängelt, die Fachwerkwände und die Balkenbohlendecke im ältesten Raum des Anwesens. Bei der Auswahl der Materialien hat sich die Innenarchitektin an den Vorgaben aus der Bauzeit orientiert. Eine Übersicht über alle "Architektour"-Projekte in der Region ist auf Seite 36 zu finden.
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