Das Ende der Gneisenau

Als Vizeadmiral Maximilian Graf Spee am 5. August 1914 vor der Marianen-Insel Ponape vom Kriegsausbruch in Europa erfährt, ist ihm klar: Sein Geschwader kann nicht in der Südsee bleiben und auch nicht zurück nach Tsingtau, weil die japanische und die australische Flotte - nun Feinde - den deutschen Schiffen hoch überlegen sind.

Spee will in die Heimat entkommen, indem er Südamerika umrundet. Das geht aber nicht ohne Kämpfe mit den Engländern. Das Seegefecht bei Coronel (Chile) am 1. November 1914 endet noch mit einem Sieg der Deutschen. Zwei britische Panzerkreuzer werden versenkt. Mehr zählt freilich der Prestigeerfolg, weil dieses Gefecht als die erste Niederlage der Royal Navy seit der Seeschlacht von Trafalgar 1805 gilt.

Doch die Briten verstärken ihre Flotte im Südatlantik, und bei der Seeschlacht vor den Falklandinseln am 8. Dezember 1914 trifft das Geschwader Spee auf weit überlegene Schlachtkreuzer der Navy. Die Panzerkreuzer Gneisenau und Scharnhorst (Spees Flaggschiff) stellen sich zum Kampf, um den drei kleineren Kreuzern Nürnberg, Leipzig und Dresden die Flucht zu ermöglichen. Doch nur die schnelle Dresden kommt davon.

Die vier anderen deutschen Schiffe liefern sich aussichtslose Artillerieduelle mit den Engländern und holen die Flagge selbst dann noch nicht ein, als die gesamte Munition verschossen ist. Total durchlöchert gehen sie unter. Im ein Grad kalten Wasser sterben viele, die das Gefecht selbst überlebt haben. Die Engländer retten 187 Mann von der Gneisenau; 598 sind tot. Insgesamt sterben mehr als 2000 deutsche Matrosen. (ll)
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