Das Ende der Wirtshaustradition in Röckenricht zwingt zu einer Verlegung des Stammtisches
Musikanten ziehen um nach Lockenricht

Vor 19 Jahren hob ihn ein kleines Häuflein den Musikantenstammtisch in Röckenricht aus der Taufe. Jetzt versammelten sich etliche Musikanten und Zuhörer zum "Leichtrunk" im Gasthaus Sperber, das seine Pforten schließt. Doch in jedem Ende steckt auch ein Anfang: Die Wirtsleute Christian und Erika Bär bieten den Musikfreunden in Lockenricht eine neue Heimstatt.

Wehmut schwingt mit

Beim "Abschiedsstammtisch" verspürte Organisator Hans Sperber etwas Wehmut. Doch die "Hauskapelle" mit Hermann Kratzer (Klarinette), Erwin Renner (Trompete), Hans Pirner (Akkordeon), Willi Pickel (Baritonhorn) und Georg Presl (Schlagzeug) hellte die Stimmung mit ein paar flotten Weisen schnell auf.

Die Gruppen boten ein breites Spektrum an Volksmusik, Kirwaliedern und Oldies. So bedienten die "Drei Groodas", die Damen der "Milchbankl-Muse" und das Duo Berhard Luber/Rudi Koller die ruhigen Gemüter. Die fünf "Kirchenreinbacher Spitzboum" setzten kräftige Blasmusik drauf. Das junge Trio der Sallöder Brüder Schmidt, verstärkt durch einen Freund, brachte einen böhmischen Akzent ins Programm. Gut aufpassen mussten die Zuhörer bei Senior Peter Lindl und seiner Frau Cilly, die uralte Weisen zur mongolischen Begleitgeige oder der Renaissanceflöte zum Besten gaben. Zwischendurch streute Hans Pirner einige Anekdoten ein.

Georg Sperber gedacht

Ein Abschiedsabend bringt Rückblick, Dank und Ehrungen mit sich. Hans Sperber bat zuerst um eine Gedenkminute für den vor zwei Jahren verstorbenen Georg Sperber; selbst ein Musikant, der immer mit viel Herzblut dabei war.

Den Stammtisch bezeichnete Hans Sperber als "Disco der Alten", weil sich der Zuspruch gut und weit über den Ort hinaus entwickelte. Als treuesten Musikanten erwähnte er Erwin Renner, der kaum einmal fehlte. Wenn auch die Wirtshaustradition in Röckenricht endet, bleibt doch der Stammtisch bestehen: Er zieht um nach Lockenricht ins Gasthaus Bär. Premiere ist dort am 24. Oktober.

Mit einer starken Abordnung der Sulzbacher Woizkirwa-Boum gekommen, dankte Christian Steger den Wirtsleuten Silvia und Peter Müller für die Gastfreundschaft bei Proben und Veranstaltungen.

Tradition bleibt erhalten

Bürgermeister Winfried Franz aus Neukirchen brachte ebenfalls einige Andenken mit. "Die Pflege der Tradition von oberpfälzischer bis fränkischer Musik hat sich hier gut erhalten und wird dankenswerter Weise fortgesetzt", stellte er fest. Sein Dank galt den Organisatoren Hans Sperber und Adolf Himmerer.

Gerührt nahm Silvia Müller von ihren treuen Musikanten und deren Zuhörern Abschied. In ihren Dank für das Kommen all die Jahre bezog sie auch ihre anderen Gäste mit ein.
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