"Das ewige Leben": Josef Haders vierter Einsatz als österreichischer Kult-Ermittler Simon ...
Schlaffi mit Schädelweh und Schuppenflechte

Brenner (Josef Hader) ist am Ende. Bild: Majestic
Brenner ist ganz unten angekommen. Kein Geld, kein Job, keine Aussichten. Da bleibt nur eines: Die ungeliebte Rückkehr ins elterliche Haus nach Graz. Im Krimi "Das ewige Leben" mit dem österreichischen Kult-Ermittler und Ex-Polizisten Simon Brenner (Josef Hader) holt den Anti-Helden seine Vergangenheit ein.

Ein "Bubenstreich mit Pistole" ist der Dreh- und Angelpunkt einer ziemlich humorlosen, eher melancholischen Geschichte um einen mysteriösen Selbstmordversuch, mehrere Morde, einen genauso verliebten wie skrupellosen Polizeichef (Tobias Moretti) und eine rachsüchtige Psychiaterin (Nora von Wald- stätten).

Keine Enthemmung, leider

Brenner, fast ständig von höllischem Schädelweh gefoltert, hat erstmals Angst um sein Leben . Er hat eine Kugel im Kopf, ein früherer Kumpel wird in seinem Ramschladen erschossen - es läuft richtig schlecht für ihn in seinem trostlosen Heim. Auch die "sexuelle Enthemmung", die ihm der Arzt als mögliche Spätfolge des Kopfschusses in Aussicht stellt, will sich nicht einstellen.

Hatte er als Sanitäter, Privatdetektiv und Schuldeneintreiber in den ersten drei Filmen nach Romanen von Wolf Haas ("Komm, süßer Tod", "Silentium", "Knochenmann") noch seine Amouren, ist diesmal auch dieses Kapitel eher freudlos knapp. Überhaupt: Von der tragisch-komischen Figur des zutiefst unangepassten, grüblerischen ehemaligen Beamten bleibt jetzt fast nur noch die Tragik.

Am Ende der Coolness

Nach den Jahren als einsamer Cowboy in Österreich spüre Brenner, "dass man mit dieser Lebensweise irgendwann als einsamer Mindest-Rentner enden wird. Da ist dann am Ende der Coolnessfaktor stark eingeschränkt", bekannte der 53-jährige Kabarettist und Schauspieler Hader im Interview des Magazins "News". Brenner-Spezialist und Regisseur Wolfgang Murnberger setzt diesmal eher auf bedeutungsschwangere Blicke, denn auf flott-kecke Sprüche.

Immerhin darf Brenner zumindest auf seinem geliebten Moped ein paar glückliche Momente erleben und den Polizisten erklären, er habe eine Helmbefreiung. Wieso? "Ich habe Schuppenflechte." Am Ende wartet - ganz im Gegensatz zum Buch - ein Bier am Imbiss "Endstation".

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Regie: Wolfgang Murnberger - Mit Josef Hader, Tobias Moretti, Nora von Waldstätten - Musik: Sofa Surfers - 122 Minuten - frei ab 12 Jahren - www.dasewigeleben.de
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