Das Füreinander und Gegeneinander der Generationen Thema einer KAB-Runde
"Übergeben heißt nimmer leben"

Jung und Alt sagten frei von der Leber weg, was sie bewegt. Bild: hfz
Wernberg-Köblitz. Reibereien zwischen Jung und Alt gab es schon immer. "Übergeben heißt nimmer leben", zitierte Bildungsreferent Bernhard Suttner eine bekannte Redensart. Die Zeiten haben sich zwar geändert, aber der Generationenkonflikt zeigt sich auch heute - freilich in anderen Formen. Menschen leben heute länger, sind länger aktiv, genießen länger ihren Ruhestand. Die junge Generation ist vielfach sehr mobil, lebt an anderen Orten als die alternden Eltern und kann sich infolgedessen weniger um Pflege und Betreuung annehmen. Leben sich die Generationen auseinander? Zerbricht der vielzitierte Generationenvertrag?

KAB-Diözesansekretärin Christa Mösbauer und die Vorsitzende des Sachausschusses Familienleben, Christine Sollfrank, konnten ein interessiertes Publikum im Musik-Café "B 14" willkommen heißen. Auf Kärtchen formulierten die Altersgruppen, was sie bewegt. Die Gruppe der 20-Jährigen beschäftigt die geforderte Flexibilität, häufiger Arbeitsplatzwechsel, Familienplanung. Die 40-Jährigen gingen auf die unterschiedlichen Prognosen der Rentenentwicklung ein. Das Team der leistungsfähigen 60-Jährigen monierte, dass sie schon in die Ecke der Rentenbezieher gedrängt würden. Der Block der 80-Jährigen stellte fest, dass es für sie das Schlimmste wäre, den Jungen "zur Last zu fallen".

An diese Erkenntnisse knüpfte der Referent an. Aus der unsicheren künftigen Rentensituation könne in der Zukunft ein großer Konflikt entstehen. Des Weiteren bemängelten die 60-Jährigen das mangelnde ehrenamtliche und politische Engagement der jungen Generation. So dürfe man sich nicht wundern, wenn die Gruppe der Älteren das Wahlprogramm nach ihren Bedürfnissen bestimme. Die heutige Gesellschaft mit hoher Lebenserwartung werfe viele politische Fragen auf, beispielsweise die der Gestaltung des Gesundheitssystems. "Ich möchte niemanden zur Last fallen!": Dieser Satz sei unrealistisch. "Die Mittel für die Pflege eines alten Menschen müssen wir dafür frei machen!" Die Älteren sollten sich vor dem Satz: "Steckt mich ja niemals in ein Heim" hüten. Dieser unmenschliche Satz stürze die nachfolgende Generation in schwere Gewissensnöte.
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